Helmstedter unter den Opfern
SPD-Ortsverein besuchte eine ehemalige Hinrichtungsstätte in Wolfenbüttel
HELMSTEDT/WOLFENBÜTTEL. Auf den Spuren der Die ehemalige Hinrichtungsstätte der Nationalsozialisten liegt nicht weit von der Innenstadt Wolfenbüttels entfernt. 700 Menschen wurden hier zwischen 1937 und 1945 ermordet. Dass noch niemand der Arbeitsgruppe Schule und Kultur der Helmstedter SPD je zuvor hier gewesen ist, mag mit an der etwas versteckten Lage liegen oder auch daran, dass sich die Gedenkstätte mitten in einer funktionierenden Justizvollzugsanstalt befindet: Der Zugang ist nur nach Voranmeldung möglich, vor dem Passieren der zahlreichen schweren Türen müssen Personalausweise und Handys abgegeben werden.
Ein Vortrag über einen hingerichteten jungen polnischen Zwangsarbeiter, unterstützt durch Spielfilmausschnitte, informierte die Gruppe und die anwesenden Gäste über das diskriminierende Sonderrecht. für Polen und die "Volksschädlingsverordnung" von 1939, die vielen Inhaftierten zum Verhängnis wurde.
Mit Kriegsbeginn war die Zahl der vollzogenen Todesurteile in Wolfenbüttel stark anstiegen. Während man anfangs noch für jeden Ermordeten das Totenglöckchen geläutet hatte, sollte man später darauf verzichten, um die Anlieger durch den fortdauernden Lärm nicht zu stören.
Die Hinrichtungen erfolgten mit der Guillotine; bekannt wurde nach dem Krieg der Fall der 1944 in Wolfenbüttel wegen angeblicher Plünderung getöteten 19-jährigen Erna Wazinski aus Braunschweig. An der Wand sind vergrößerte Auszüge aus dem Totenbuch zu sehen. Auch der Name eines Helmstedters ist verzeichnet: Es ist der jüdisch-polnische Ziegeleiarbeiter Moritz Klein, der dort am 22. September 1942 starb.
In der JVA und in der Gedenkstätte informierte sich die Gruppe darüberhinaus anhand zweier Sonderausstellungen über die NS-Justiz und die Geschichte der Gedenkstätte.













