Erst stabilisieren, dann abdecken
Volkswagen saniert die ehemalige Deponie in Essenrode bis 2015 Kosten von 12 Millionen Euro
ESSENRODE. Noch in diesem Jahr wird Volkswagen mit der Sanierung der Deponie bei Essenrode beginnen. Bis 2015 soll das dauern und rund 12 Millionen Euro kosten. Dann sollen alle zehn Becken der Deponie abgedeckt, verschlossen und mit einer Grünfläche versehen sein.
Darüber informierte der Konzern gestern die Gemeindeverwaltung Lehre und Ortsratsmitglieder auf dem rund vier Hektar großen Gelände. 2004 hatte Volkswagen die Planfeststellung für dieses Projekt beantragt, im Juni 2010 wurde es endgültig genehmigt.
Von 1967 bis 1989 wurden in Essenrode hauptsächlich Öl- und Entfettungsschlämme, belastet mit Schwermetallen, eingelagert. Aber auch chlorierte Kohlenwasserstoffe, CKW, wurden nachgewiesen.
"Bis Mitte 1989 wurde hier aus allen Werken in Niedersachsen entsorgt. Insgesamt rund 100 000 Kubikmeter in zehn Becken", schilderte Gutachter Karl-Heinz Rostalski vom Ingenieurbüro HPC gestern zunächst die Situation. In den Tonstein seien damals zehn Becken gegraben worden. Die Rahmenbedingungen in Essenrode seien ideal für eine Deponie. "Allerdings muss die nun gesichert werden, um Langzeitsicherheit zu erreichen", betonte der Gutachter, der das Projekt in Essenrode seit 20 Jahren begleite.
Im Wesentlichen seien Schlämme in Essenrode abgelagert worden. Das habe bei der nun anstehenden Sanierung eine große Bedeutung. "Schlämme haben eine geringe Standfestigkeit, weil sie einen hohen Wasseranteil haben", erklärte Rostalski. Um am Ende eine Abdeckung auf die Gruben zu bekommen, müsse den Schlämmen zunächst möglichst viel Wasser entzogen werden. "Der Flüssigkeitsspiegel wird schrittweise abgesenkt", erläuterte er das Verfahren. Erst dann könne mit dem Einbau von Stabilisierungssäulen aus Quarzsand begonnen werden, die der Abdeckung am Ende Stabilität verleihen sollen.
Ergebnis der umfangreichen Voruntersuchungen sei, dass es lediglich in einem Becken einen Schadstoffaustrag gegeben habe. "Im Becken 6 schneidet am unteren Rand eine andere Lage den Tonstein des Beckens an. Der Tonstein selbst ist nicht durchlässig", betonte der Gutachter. Es gäbe lediglich kleine Risse, in denen sich Schadstoffe befänden. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass diese Risse inzwischen zugelaufen seien und kein weiteres Material aus den Becken nachlaufe.
Eine Vorgabe des Umweltministeriums sei es gewesen, die Schadstoffausbreitung genau zu kartieren. "Das haben wir 2006 gemacht. Im nördlichen Bereich des Beckens 6 gibt es ein dünnes Band. Alle Mikroklüfte sind aber gefüllt. Die Schadstoffe breiten sich nicht weiter aus", sagte der Gutachter.
80 weitere Entwässerungsbrunnen werden nach Angaben der Fachleute noch in diesem Jahr errichtet. 80 gibt es bereits. Dann werden die Sandsäulen in die Becken gebohrt, anschließend wird Ballast auf die einzelnen Becken gelegt, um die Schlämme weiter zu verdichten. Das wird zwei Jahre dauern. "2015 wird der letzte Schritt erfolgen: die Oberflächen-Abdichtung", berichtete der Gutachter.













