Passierstelle für Kapsel der Apollo 8
Polizei Helmstedt stellt der Gedenkstätte Deutsche Teilung Schilder der westlichen Alliierten zur Verfügung
HELMSTEDT. Die Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn hat seit gestern drei neue Ausstellungsstücke: Hinweisschilder der alliierten Streitkräfte. Als sie in den 90er-Jahren aus Helmstedt abrückten, überließen die Militärs diese Wegweiser der hiesigen Polizei.
Der frühere Inspektionsleiter Dietmar Hagedorn hatte hohes Interesse an den Souvenirs und ließ sie in den Garagen des Polizeifuhrparks einlagern. "Nach 20 Jahren Deutscher Einheit ist die Zeit gekommen, diese Wegweiser der Öffentlichkeit zu zeigen", befand Hagedorns Nachfolger, Kommissariatschef Hans-Werner Jeffe.
Gedenkstätten-Leiter Dr. Frank Stucke und sein Mitarbeiter Ingo Riecke bewerteten die Relikte aus dem Kalten Krieg als "absolute Unikate", als sie gestern den Vertrag zur Dauerleihgabe unterzeichneten. Hauptaufgabe ihrer Arbeit sei zwar die Dokumentation des DDR-Grenzregimes, doch die westliche Sicht auf die Teilung gehöre dazu.
Zum Hintergrund: Die Verbündeten hatten auf westlicher Seite einen eigenen Checkpoint eingerichtet, an dem ihre Staatsbürger wenn die Papiere passten gesondert und viel schneller abgefertigt wurden als die deutschen Transit-Reisenden.
Mit der Einrichtung der Checkpoint-Kette "Alpha" (bei Helmstedt), "Beta" (Berlin-Dreilinden) und "Charlie" (Berlin Mitte) untermauerten die Besatzungsmächte ihren Sonderstatus auf deutschem Gebiet.
Nicht nur das: Die Kontrollstellen wurden Kulisse für Propaganda. So sei die Originalkapsel der Apollo 8, nachdem sie 1968 als erstes bemanntes Raumschiff den Mond umkurvt hatte, extra von Helmstedt nach Berlin gekarrt worden, weiß Stucke zu berichten. Eine von vielen Geschichten, die es noch aufzuarbeiten gilt.
Und was geschieht mit den Schildern? Stucke antwortet: "Wir sind gerade dabei, die Dauerausstellung nach zehn Jahren umzugestalten." Gut möglich, dass mal wieder ein Filmteam anfragt und solche Originale braucht. "Erst gestern war der englische Sender BBC bei uns!"
Insgesamt stehen 20 000 Objekte zur Auswahl. Die meisten werden inventarisiert, dass heißt verzeichnet, fotografiert und sicher gelagert. Am Tag des Denkmals (Sonntag, 12. September) wird die Gedenkstätte auch solche bislang verborgenen Schätze zeigen.













