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04. Februar 2012
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Appell zur Ausbildung in Krisenzeiten

Neues Gästehaus des Bildungszentrums für das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk gestern eröffnet

Von Anja-Kathrin Jachmann

KÖNIGSLUTTER. Was 1996 begonnen hatte, endete gestern mit der feierlichen Übergabe des Schlüssels an den Hausherrn. Reiner Flassig, Leiter des Bildungszentrums für das Steinmetz- und und Bildhauerhandwerk in Königslutter, eröffnete offiziell im Beisein vieler Gäste aus Politik und Verwaltung nach zweijähriger Bauzeit das neue Gästehaus mit einer Nutzfläche von knapp 1000Quadratmetern. Die Festrede hielt der niedersächsische Kutusminister Bernd Busemann.

Auch Hans-Georg Sander, der Präsident der Handwerkskammer Braunschweig, begrüßte die Gäste im neuen Domizil und sprach von einem "gelungenen Werk". Alle 25Handwerkskammern haben seinen Aussagen nach zugesichert, ihre Auszubildenden für die kommenden 25Jahre in die Stadt am Elm zu schicken. Man sei auf dem Weg, die Königslutteraner Einrichtung zu einem internationalen Kompetenzzentrum zu machen.

Abschluss der Arbeiten

Der Neubau symbolisiert den Abschluss der Baumaßnahmen zur Modernisierung und Erweiterung des seit 1981 bestehenden Bildungszentrums in Königslutter. Verwaltungschef Hilmar Liedtke lobte die Entscheidung, den Standort Königslutter mit einem Neubau zu stärken und die überregionale Bedeutung weiter auszubauen. Der Neubau umfasst 16Doppelzimmer mit Bad sowie verschiedene Mehrzweck- und Freizeiträume. Finanziert wurde das rund viereinhalb Millionen Euro teure Projekt durch Beteiligungen des Bundes (47 Prozent), Landes Niedersachsen (23Prozent) und Berufsbildungswerks für das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk (BBW) mit 30Prozent.

Zusätzlich stellte das BBW rund 120000Euro für eine individuellere Einrichtung zur Verfügung. Zur Freude der Auszubildenden und des Leiters Flassig. Zur Umgebung von Steinmetzen gehörten nun mal Steine. Vom Geld wurden unter anderem die Bäder entsprechend mit Stein ausgestattet, ebenso eine Wand in der Mehrzweckhalle.

Der Neubau war wegen steigender Zahlen von Lehrgangsteilnehmern erforderlich geworden. Im vergangenen Jahr kamen mehr als dreimal so viele Lehrlinge zur überbetrieblichen Ausbildung nach Königslutter als noch 1981.

Die Zahl der Übernachtungen im Internat ist von rund 4300 im Jahr1981 auf mehr als 12000 im Jahr 2002 angestiegen.

Voll des Lobes waren die Reden der Gäste, doch sie blickten auch mit Sorgen in die Zukunft. Bundesweit ist laut Irmgard Meyer, Vorstandsvorsitzende des BBW, die Zahl der Auszubildenden dramatisch gesunken. Sie forderte eine Trendumkehr, um dem Nachwuchs eine berufliche Zukunft zu sichern. Das neue Gebäude bewertete sie deshalb als Signal zum Aufbruch.

Kritik an Reform-Ideen

"Man kann Wut bekommen, wie gutes Regelwerk den Bach runtergeht", sagte Bundesinnungsmeister Martin Schwieren mit Blick auf Reformvorschläge der Bundesregierung zur Handwerksordnung. "Man sollte sich gut überlegen, ob man die Verordnung ohne Not in Windeseile zerschlägt." Er hoffe auf "Gottes Segen für eine gute Novelle der Handwerksordnung".

Kultusminister Busemann appellierte ans Handwerk, auch in wirtschaftlich schwer angeschlagenen Zeiten, wenn möglich über den eigenen Bedarf hinaus auszubilden. Die Betriebe in Braunschweig/Niedersachsen bildeten mit rund 40Prozent bereits überdurchschnittlich viel aus – auch in Krisenzeiten.

Als "sehr menschlich" bezeichnete Irmgard Meyer das Versehen Otto Schlieckmanns, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig. Er verlegte die Veranstaltung in seiner Rede kurzerhand nach Düsseldorf und hielt sich eingangs irrtümlicherweise nicht ganz an den Ablauf der Tagesordnung.

Freitag, 23.05.2003
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/1627854/menuid/2161
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