Neuerung: Bühne mitten im Dom
Stardirigent Sir John Eliot Gardiner gastiert am 6. März 700 Karten für Matthäus-Passion bereits verkauft
KÖNIGSLUTTER. Wenn der englische Stardirigent Sir John Eliot Gardiner am 6. März im Kaiserdom zu Königslutter mit Bachs Matthäus-Passion gastiert, dann wird das Publikum ein Konzert von Weltklasse-Format aus noch größerer Nähe erleben können. Nach den gefeierten Gardiner-Auftritten der beiden vergangenen Jahre wird die Bühne nun erstmals in der Mitte der Stiftskirche errichtet.
Dadurch ergebe sich eine engere Verzahnung mit den Zuhörern, erläuterten die Konzert-Verantwortlichen Günther Graf von der Schulenburg, Hans Reimann, Michael Rudolph und Bernd Vasel am Mittwoch. "Die Zahl der attraktiven Zuschauerplätze werden wir steigern können", sagte Schulenburg.
700 der 1280 Karten seien bereits verkauft, berichtete Michael Rudolph vom Braunschweigischen Vereinigten Kloster- und Studienfonds, der das Konzert mit 32 000 Euro unterstützt etwa einem Drittel der Gesamtkosten. Das Bemerkenswerte: Vor allem die beiden teuersten Preiskategorien (90 und 80 Euro) fänden bevorzugten Absatz. "Noch haben die Kunden ja die freie Wahl, niemand drängt sie, auf die teuren Plätze auszuweichen. Die Musikfreunde entscheiden sich freiwillig für die höheren Kategorien", sagte Rudolph und bezog sich damit auf Diskussionen über die Preispolitik im Vorfeld des Konzerts.
Die Matthäus-Passion gelte als Krönung des Werks von Johann Sebastian Bach, erläuterte Günther Graf von der Schulenburg, der Gardiner bei sich privat in Bisdorf empfangen und unterbringen wird. "Die Bühne in der Mitte der Stiftskirche ist eine würdige Neuerung für diesen Höhepunkt im Schaffen Bachs."
Als besondere Herausforderung bezeichnete Hans Reimann, Geschäftsführer der Agentur Concert Management aus Berlin, das Konzert im Kaiserdom. "Gardiner ringt stets um eine total authentische Aufführungspraxis im Sinne Bachs." Der NDR wolle das Konzert unter Mitwirkung des Monteverdi Choir, der English Baroque Soloists und des Trinity Boys Choir für den Rundfunk mitschneiden. "Ob das klappen wird, steht noch nicht fest, da geht es auch um rechtliche Fragen", erklärte Reimann.
Wie Schulenburg berichtete, sei Königslutter für Gardiner-Fans in ganz Deutschland mittlerweile ein Begriff. Um so bedauerlicher sei es, dass der Dom im nächsten Jahr wegen der Sanierung des Innenraums für ein weiteres Gardiner-Gastspiel nicht zur Verfügung stehe. "Wir werden uns andere Kirchen in der Region anschauen, um geeigneten Ersatz zu finden."
Karten für das Konzert am 6. März (Beginn: 17 Uhr) gibt es bei allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie unter Ruf (0180) 55 44 888 oder (030) 67 80 111. Da das Konzert drei Stunden dauert, ist eine Pause von 45 Minuten vorgesehen.













