Beim Lernen gilt: "Wo die Neugierde ist, da geht es lang"
Kinder begreifen Natur und Umwelt spielend FEMO hat vierwöchiges Pilot-Projekt abgeschlossen und sucht Sponsoren
KÖNIGSLUTTER. Zwerg Hollerbusch wohnt tief unter der Erde, dort wo sonst niemand hinkommt. Kürzlich hat er 16 Steppkes vom Kindergarten der Elternaktion Königslutter erzählt, wie es bei ihm da unten aussieht.
Im Rahmen von vier Projektwochen haben sich die Kinder mit den vier Elementen Erde, Luft, Feuer und Wasser beschäftigt. Das Konzept zum Projekt stammt vom Freilicht- und Erlebnismuseum Ostfalen (FEMO). "Die Kinder sollen begreifen, welche Bedeutung die Elemente haben", erläutert Beate Klimaschewski. Bei üblichen FEMO-Exkursionen sind die Kinder nur einen Vormittag unterwegs, das neue Projekt bietet hingegen intensiveres und komplexeres Lernen.
Die Erzieherinnen vom Kindergarten der Elternaktion waren schnell von dieser Idee begeistert, das Pilotprojekt wurde seit Mai umgesetzt. Jeweils eine Woche ging es um ein Element an drei Tagen waren die Kinder dann unterwegs und erlebten die Natur mit der Biologin Gisela Krause-Bärthel.
Zwerg Hollerbusch war auch immer mit von der Partie, und er hatte sogar Freunde mitgebracht: den Luftgeist Luftikus, die Wasserfrau Undine und den Flammenkobold. Die vier Handpuppen haben den Kindern gezeigt, wie Natur funktioniert.
Wie riecht es im Wald? Warum rauschen die Blätter im Wind? Wie fliegen Vögel? Wie wurde in der Steinzeit Feuer gemacht? Zu solchen Fragen haben die Kinder Antworten gesucht, und Gisela Krause-Bärthel hatte immer eine Spielidee parat. "In einem Geruchsmemory waren zum Beispiel verschiedene Gewürze versteckt, aber auch Erde oder Zitronenschalen, die die Kinder riechen und erraten sollten", erzählt sie.
In der Wasserwoche wateten die jungen Naturforscher durch den Lutterbach. "Die Gummistiefel waren sofort voll und die Kinder nass bis zu den Ohren", erinnert sich die Biologin. Aber Spaß hatten sie trotzdem oder gerade deswegen. Denn am Bach wurde untersucht, welche Gegenstände schwimmen, und welche untergehen. Außerdem entdeckten sie winzige Bachflohkrebse und Strudelwürmer.
Am spektakulärsten war für die Fünf- und Sechsjährigen aber die Feuerwoche: Am letzten Tag durften sie ein Lagerfeuer aufschichten, es anzünden und dann Stockbrot grillen. Zuvor hatten sie eine kleine Sonnenuhr gebaut und das permanente Spiel von Licht und Schatten beobachtet.
"Bei diesen Naturerlebnis-Touren lernen die Kinder soziale Kompetenz, Zusammenhänge in der Natur, ihre eigenen Fähigkeiten, physikalische Gesetze und Kreativität", sagt Beate Klimaschewski. Dabei sollen keine fertigen Lerninhalte übergestülpt werden, vielmehr laute das Motto: "Wo die Neugierde ist, da geht es lang." Im Kindergarten der Elterninitiative sind die nächsten Projektwochen schon geplant. FEMO bietet sie aber im ganzen Landkreis an. Um sie flächendeckend umzusetzen, werden noch Sponsoren gesucht.













