Idyllischer Erlebnispfad mit Loch ohne Krebse
Unterwegs in der Velpker Schweiz: Von Gletscherschrammen über Sandsteinbruchgeschichte bis zu einem jungen Moor
VELPKE. 14.30 Uhr, 26 Grad Celsius. Der Weg ist noch matschig vom frühen Regen, es glitzert der See zwischen den Bäumen, es dampft in der Idylle: Das Krebsloch, Startpunkt des Geologie-Natur-Erlebnispfades "Velpker Schweiz", ist seit Jahren bei Badegästen beliebt. Gestern fanden sich jedoch nur vereinzelt Mutige, die sich ins Wasser im Wald trauten.
Der Grund war schnell erforscht: "Es ist noch ganz schön kalt", sagt ein Mädchen, das sich mit einer Freundin eine der schönsten Stellen teilt. Eine ganz nah am Wasser, ohne glitschige Wasserpflanzen, die sich vielleicht beim Schwimmen um die Beine ringeln.
Krebse im Krebsloch
Im Krebsloch soll es früher wirklich Krebse gegeben haben, erzählen ältere Velpker, so ist wohl der Name entstanden. Der See entstand in einem Sandsteinbruch. Seit 1640 wurde Velpker Rhät-Sandstein abgebaut, und zwar in mehreren Steinbrüchen.
Die Sandsteine wurden, so schreiben es Werner Schneider und Henning Zellmer im Internet ("Die Gletscherschramme in Velpke", www.nlfb.de), zunächst für die Sanierung von Kirchen, Klöstern und Befestigungsanlagen verwendet, die während des 30-jährigen Krieges beschädigt oder zerstört wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg sank die Nachfrage, der Wasserpegel in den still gelegten Steinbrüchen stieg dagegen. Seit 1969 wird das so entstandene Landschaftsschutzgebiet, das der Naherholung dient, als "Velpker Schweiz" bezeichnet, schreiben Schneider und Zellmer weiter.
In der Nachbarschaft gibt es auch noch das so genannte Kuhloch. Es gehört auch zum Erlebnispfad, allerdings nicht wegen des Wassers, sondern wegen Spuren in den Steinen. Doch es sind diesmal nicht Menschen, die den Stein bearbeitet haben: Gletscher haben ihre Schrammen auf einer gewaltigen Klippe hinterlassen, und das ist 200 000 Jahre her. Die Abdrücke sind deutlich, der Stein gilt als Naturdenkmal.
Zwei Kilometer Erlebnis
Das Freilicht- und Erlebnismuseum Ostfalen (FEMO) veranstaltet Führungen über den Erlebnispfad, bei dem es an Steinen und Gewässern einiges zu entdecken gibt. Der FEMO-Erlebnispfad ist etwa 2 Kilometer lang. Hier erfährt der Besucher außerdem, wie ein Gewässer auf natürliche Weise versauert und sich daraus ein Moor entwickelt.













