Ein Bekenntnis, das die Basis schockt
SPD-Vertreter sind ratlos nach Rücktritt des Bundestagsabgeordneten Velpker .....
HELMSTEDT/VELPKE. Offensichtlich hatte Hans-Jürgen Uhl die Parteifreunde in seinem Wahlkreis nicht eingeweiht, als er gestern gegen 16.09 Uhr sein Bekenntnis ablegte, im Zusammenhang mit der VW-Affäre die Unwahrheit gesagt zu haben. Sein Mandat legte er mit sofortiger Wirkung nieder.
Die Sozialdemokraten in den Ortsvereinen waren perplex. Andreas Fox, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Helmstedt, musste erst einmal tief durchatmen, als wir ihn telefonisch über Uhls Erklärung informierten. "Das ist sehr bedauerlich. Wir verlieren mit ihm einen erfolgreichen und guten Bundestagsabgeordneten. Wir alle haben gedacht, dass er mit der Position, die er gefunden hat, vor dem Amtsgericht bestehen kann." Fox respektiert diese Entscheidung und spricht von Uhls "Mut zur Ehrlichkeit", auch wenn er ihn sehr spät offenbarte.
Jürgen Janczyk, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Samtgemeinderat Velpke, erfuhr ebenfalls erst durch unsere Zeitung von der aktuellen Entwicklung im Fall Uhl. "Ich persönlich hätte nicht geglaubt, dass es so ausgeht", sagte Janczyk. Er habe Uhl als einen Menschen eingeschätzt, der in der Lage sei, Unrecht einzuräumen und gegebenenfalls Konsequenzen zu ziehen. "Aber erst sind es kleine Hürden, dann wird der Graben tiefer", sagte Janczyk zur Lügenspirale, aus der Uhl offenbar erst jetzt den Ausstieg gefunden habe. "Am Anfang habe ich fest geglaubt, dass das stimmt. Ich bin schon ein bisschen enttäuscht", erklärte Janczyk.
Hans-Hermann Wendhausen, SPD-Landtagsmitglied, erfuhr per Videotext im Fernsehen vom Rücktritt Uhls. "Das kam für mich nicht unerwartet", sagte Wendhausen. Und er ergänzte in Bezug auf das, was Uhl wegen seiner Falschaussagen juristisch noch zu erwarten hat: "Die eidesstattlichen Erklärungen, die brechen ihm das Genick." Insgesamt schade der Vorfall der SPD und der Politik im allgemeinen.
Uwe Strümpel, bis vor wenigen Wochen Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Helmstedt, zeigte sich auf allen Ebenen enttäuscht von Uhl. Den Unschuldsbeteuerungen des Bundestagsabgeordneten gegenüber den Parteikollegen habe er stets geglaubt. Er sei davon ausgegangen, so Strümpel, dass man parteiintern redlich miteinander umgehe. Hintergrund-Seite













