Peiner Jugendliche begegnen Aidswaisen in Südafrika
Jugenddelegation des evangelischen Kirchenkreises Peine zu Besuch im Partnerkirchenkreis Borwa II
PEINE. Drei Wochen war die siebenköpfige Jugenddelegation des evangelischen Kirchenkreises Peine zu Besuch im Partnerkirchenkreis Borwa II/Südafrika. Der Besuch diente als Gegenbesuch der südafrikanischen Jugenddelegation, die im vergangenen August in Peine war.
So richtig angekommen seien sie aber noch nicht, das sagt Carolin Papenburg, Mitglied der Delegation. "Die südafrikanische Lebenseinstellung ist doch um einiges leichter und stressfreier als hier in Deutschland. Alle waren total freundlich zu uns. Wir sind zwar als Partner, aber doch irgendwie als Fremde in Südafrika angekommen, aber nun sind wir Freunde."
Die Jugendlichen hatten in den drei Wochen ein volles Programm. Besonders eindrucksvoll sei es gewesen, mit dem Aids-Komitee mitzugehen. Die lutherischen Gemeinden bilden in Borwa II dieses Komitee, um Familien, die von Aids betroffen sind, zu helfen. "Wir haben mehrere Familien besucht. Eine Großmutter passt zum Beispiel auf ihre Enkelkinder auf, die Aidswaisen sind. Vor vier Jahren ist ihnen das Haus abgebrannt. Seitdem leben sie in einem Zelt. Umso erstaunlicher ist es, wie viel Kraft die Menschen in Südafrika aus ihrem Glauben ziehen", sagt Carsten Bertram aus Peine.
Gesine Hagemann ergänzt: "Was die Menschen, meistens sind es Frauen, in den Aids-Komitees leisten, ist wirklich phantastisch. Sie brauchen die Unterstützung aller, auch unsere Unterstützung und Solidarität in Deutschland."
Aufgrund der Schulferien in Südafrika war es leider nicht möglich, dortige Schulen zu besuchen. Dennoch besuchten einige Jugendliche an ihrem vorletzten Tag in Südafrika auf eigene Initiative Schulen. Die Klassenstärke sei für deutsche Verhältnisse erschreckend, zum Teil liegt sie bei 60 Schülern pro Klasse. In einigen Schulen gebe es zwar keine Schulgebühren mehr, dennoch wird Geld benötigt, um das Material zu kaufen. Auch könnten einige Familien nicht genügend Geld für eine Schuluniform aufbringen.
Wieder zurück in Deutschland, möchte sich die Delegation dafür einsetzen, dass solche Jugendbegegnungen regelmäßiger stattfinden. "Partnerschaftsarbeit ist ein Muss", sagt Jan-Philipp Behr. "Jesus gibt uns den Auftrag über den Tellerrand zu schauen und unsere Schwestern und Brüder kennenzulernen." Die Frömmigkeitskultur sei zwar doch verschieden, aber das ändere nichts daran, dass man zum "Leib Christi" gehöre. So bleibt zu hoffen, dass die Partnerschaft zwischen den Kirchenkreisen Borwa II und Peine noch weitere Jahre Bestand hat.











