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01. August 2010
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Peiner Schüler diskutieren mit Jungpolitikern

Schüler hinterfragen souverän Themen wie Atomausstieg oder Bildungspolitik

Von Juliane Wiedemeier

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Keine Spur von Politikverdrossenheit zeigten gestern Schüler der neunten Klassen des Gymnasiums am Silberkamp in Peine bei einer Podiumsdiskussion mit Jungpolitikern.

Mitglieder der jungen Organisationen aller fünf im Bundestag vertretenen Parteien waren in die Aula des Gymnasiums gekommen, um mit den Schülern aktuelle politische Themen zu diskutieren.

Zunächst durften die Politiker ihre Meinung zu den Themen Bildungspolitik, Jugendparlament und Atomausstieg äußern, bevor die Schüler mit ihren kritischen Fragen loslegten.

Die Vertreter der Jungen Union und der Jungen Liberalen (Julis) mussten sich für die Bildungspolitik der niedersächsischen Landesregierung verantworten. Auf die Frage, wie man denn bei dem derzeitigen Lehrermangel das Lernpensum für das Abitur schon nach zwölf Jahren schaffen solle, rechtfertigte sich Florian Bernschneider von den Julis: "Wie haben so viele Lehrer eingestellt wie nie zuvor." Natürlich liefe noch nicht alles rund, aber er sehe Verbesserungen gegenüber früher. "Es tut mir leid, dass ihr gerade in dieser Übergangszeit zur Schule geht und darunter leidet."

Sven-Christian Kindler von der Grünen Jugend, der sich zuvor für ein Wahlrecht auch für Jugendliche unter 18 Jahren ausgesprochen hatte, wurde gefragt, ob junge Leute dann nicht einfach nur die gleiche Partei wie ihre Eltern wählten. Seine Antwort: "Auch alte Menschen werden in ihrer Wahlentscheidung von anderen beeinflusst." Schließlich käme auch niemand auf die Idee, sehr alten Menschen das Recht zu wählen wieder abzuerkennen.

An Kilian Treiber von der Linksjugend richtete sich die Frage, ob Deutschland als einziges Land in Europa ganz alleine den Atomausstieg schaffen könne. Er erwiderte: "Es werden weltweit mehr Atomkraftwerke abgeschaltet als neu gebaut; der Ausstieg ist machbar." Gegenteilige Behauptungen tat er als Lobbyismus der Atomindustrie ab.

Die 14-jährigen Freundinnen Sonja und Alina waren nach der Veranstaltung ganz zufrieden mit deren Verlauf: "Die Politiker haben sich auf jeden Fall Mühe gegeben, damit es spannend wird", meinte Alina. Sie hätte allerdings gerne noch ein paar Fragen etwa nach den inhaltlichen Schwerpunkten der Parteien gestellt.

"Im Politikunterricht haben wir uns in der letzten Stunde schon einige Fragen überlegt, die wir heute stellen wollten", erklärte sie.

Sonja sagte: "Ich finde es gut, wenn wir ab und zu mal sowas in der Schule machen." Letztendlich seien diese politischen Themen jedoch sehr weit von ihrem normalen Schulalltag entfernt.

Donnerstag, 27.08.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/10862132/menuid/2162
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