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13. Februar 2012
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Fernsehauftritt mit einer filmenden Gießkanne

Heinrich Peyers tritt als Experte in einer ZDF-Dokumentation über Spionage auf

Von Juliane Wiedemeier

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BERLIN. Heinrich Peyers aus Dungelbeck hat Fernseherfahrung. Immer wieder tritt der Sammler von Spionage-Artikeln als Experte vor die Kamera. Zuletzt am Dienstag in der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin für das ZDF.

In der Sitzecke für Staatsbesuch hat Heinrich Peyers alles vor sich aufgebaut: Die Gießkanne mit der eingebauten Kamera, die Teleskopstange, mit deren Hilfe man Briefe aus dem Postkasten fischen kann, die Schlüssellochkamera.

Zwei Kisten voller Spionagewerkzeuge hat er mit in das ehemalige Büro des Ministers für Staatssicherheit Erich Mielke in die Berliner Normannenstraße gebracht. In dem großen Plattenbau war einst das Ministerium untergebracht, das sich die Überwachung der eigenen Bürger zur Aufgabe gemacht hatte. Heute wird hier eine Dokumentation über Spionage für das ZDF gedreht, mit Peyers als Fachmann.

Vor der Wende war der Medizintechniker viel in der DDR unterwegs. "Dort habe ich selbst Erfahrung mit der Stasi gemacht", meint Peyers. In den Hotels, in denen man damals Westdeutsche untergebracht habe, hätte es von Spitzeln nur so gewimmelt. "Immer leicht zu erkennen: So stocksteif wie die war sonst niemand."

Mit technischem Interesse für Spionage-Methoden hat für Peyers angefangen, was mit einer einmaligen Sammlung auf 300 Quadratmetern eines ehemaligen Heubodens in Dungelbeck endete. "Die Sammlung ist Heinrichs Leidenschaft", sagt Peyers Frau Kerstin.

Von der Abhöranlage vom Brocken bis zum Maskierungskoffer mit falschen Bärten und der Anleitung, wie man sich mit wenigen Handgriffen als Westler verkleidet, Peyers besitzt es alles. Und kann es genau erklären.

Der große Scheinwerfer leuchtet, die Kamera läuft, Peyers zeigt Christoph Bauer, der als Moderator durch die Dokumentation führt, skurrile Teile seiner Sammlung: "Diese winzige Kamera funktioniert mit Mikrat", erzählt er. Das sei auch heute noch besser als alles Digitale. "Und schauen sie mal, wie handwerklich sauber diese Linse in ein Schlüsseletui eingebaut wurde."

Die Männer sind begeistert von den technischen Finessen der Spionage. "Und an den Methoden hat sich auch nicht viel verändert, wenn man sich heute die Skandale zum Beispiel um Lidl anschaut."

Peyers spricht flüssig und präzise; schon mit dem ersten Durchlauf der Interview-Szene ist Regisseur Jan Becker zufrieden. Man merkt, dass es nicht der erste Fernsehauftritt ist für den Dungelbecker. "Wir waren schon überall: RTL, Sat 1, bei Stern TV und Galileo", erzählt Kerstin Peyers. "Beim NDR war es am besten. Sie waren unglaublich professionell, und es gab leckeres Essen."

Regisseur Becker hat seinen Experten jedoch nicht bei der Konkurrenz, sondern über eine Spionage-Ausstellung gefunden, wo Teile von Peyers Sammlung präsentiert wurden. "Er kann mit Hilfe seiner einmaligen Ausstellungsstücke einfach gut erklären, mit welch perfiden Mitteln die Stasi gearbeitet hat", meint Becker. "Doch diese Kindergartentechnik hat viele Menschen ins Gefängnis gebracht."

Die erste Einstellung ist im Kasten, nun darf Heinrich Peyers alles noch einmal erzählen – diesmal ist die Kamera explizit auf sein Gesicht gerichtet. "Später machen wir noch Detailaufnahmen von den Händen, und von der anderen Seite wollen wir auch noch filmen", meint Becker.

Fünf Minuten lang wird Peyers in der halbstündigen Dokumentation später zu sehen sein, die im Frühjahr ins Fernsehen kommen soll. Gedreht wird dafür drei Stunden lang. In Erich Mielkes Büro wird heute noch länger gearbeitet.

Freitag, 15.01.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11553721/menuid/2162
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