Förderung gestrichen Heinrich Lies beerdigt sein Riesen-Solarprojekt
Landwirt kann Entscheidung der Bundesregierung nicht nachvollziehen "Ich weiß noch nicht, was ich mache"
BODENSTEDT. Die Enttäuschung ist Heinrich Lies anzumerken, auch wenn er sein Lachen es ist in diesem Fall sicherlich so etwas wie Galgenhumor nicht verlernt hat. "Ja", sagt er, die von ihm bei Bodenstedt geplante Freilandsolaranlage sei "gestorben".
Die Gründe dafür sind in Berlin zu suchen genauer gesagt in der CDU/FDP-Bundesregierung: Die schwarz-gelbe Koalition hat festgelegt, die Förderung von Solaranlagen auf Ackerflächen ab 1. Juli wegfallen zu lassen. Für Heinrich Lies ist das ein Schlag ins Gesicht: "Ohne diese Förderung lässt sich meine Solaranlage nicht rechnen."
Auf zehn Hektar das entspricht etwa der Größe von 14 Fußballfeldern wollte der Landwirt auf seinem Acker zwischen Bodenstedt und Seilbahnberg mit der Solaranlage Strom erzeugen (wir berichteten). Mit der Streichung der Förderung ist dieses Millionenprojekt gestrichen.
Für Lies, der diesen per Sonnenkraft produzierten Strom als "saubere Energie" bezeichnet, ist die Haltung der Bundesregierung nicht nachvollziehbar. Selbst Regierungsmitglieder wie Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sprechen sich einerseits für den Atomausstieg aus andererseits für die Reduzierung/Streichung der Förderung der Solarenergie. "Für mich passt das nicht zusammen", schüttelt Lies den Kopf. "Denn die Menschen wollen doch abends Licht haben."
Für den 47-Jährigen ist das Vorgehen der Bundesregierung auch deshalb nicht erklärbar, weil "die Förderung im Solarbereich bislang so ausgesehen hat: Die Stromindustrie nimmt den Produzenten den Strom zum festgelegten höheren Preis ab eine Ausgabe, die auf die allgemeinen Strompreise draufgeschlagen wird, es wird also kein Steuergeld ausgegeben".
Die Entscheidung für die Freilandsolaranlage hat Lies gefällt, weil sein landwirtschaftlicher Hof nicht mehr alleine durch Ackerbau zu betrieben sei. "Ich weiß noch nicht, was ich machen soll", so der Bodenstedter. "Ich muss mir was einfallen lassen."
Windenergieanlagen dürfe er auf seiner Ackerfläche nicht betreiben, und auch eine Hähnchenmastanlage komme nicht in Frage. "Ich investiere keine 500 000 Euro, um auf Gedeih und Verderb von den Geflügelfleischherstellern abhängig zu sein", begründet er. Zudem schrecke ihn der scharfe Protest der Bevölkerung gegen die Hähnchenmast ab.
Die Bundesregierung begründet den Wegfall der Förderung der Solarenergie damit, landwirtschaftliche Flächen sollten auch landwirtschaftlich genutzt werden. Kreislandwirt Carl-Friedrich Lauenstein aus Bodenstedt kritisiert diese Entscheidung, denn dadurch werde der "Landwirtschaft eine wichtige Einnahmemöglichkeit genommen". Eine Einnahmequelle, die aufgrund des Preisverfalls etwa beim Getreide für viele Landwirte zum wichtigen Standbein werden könne.
Eine kleine Hoffnung bleibt: Der Solarenergie-Förderverein Deutschland hat eine Petition an den Bundestag gerichtet, die Solarförderung nicht zu verschlechtern, sondern zu verbessern. Die Petition kann jeder unter www.sfv.de unterzeichnen.













