Wärmebilder von Häusern zeigen, wo Energie entweicht
Energiekosten alarmieren Hausbesitzer Neubauten nicht unbedingt besser isoliert als ältere Häuser
ROSENTHAL. Das Haus ist schon ein bisschen älter, zuletzt wurde es vor 43 Jahren umgebaut. "Ich hatte die Befürchtung, dass durch das Dach und die Fenster Wärme flöten geht", erklärt Eigentümer Marco Reupke. Deshalb ließ er thermografische Aufnahmen machen.
Auf solchen Bildern, die mit einer Wärmebildkamera aufgenommen werden, sind die Stellen gut zu erkennen, an denen Wärmeenergie das Haus verlässt: sie färben sich rot.
Selbst Wärmebrücken aufgrund unter Putz liegender Heizungsrohre lassen sich mit Hilfe der Infrarot-Kamera erkennen.
302 Peiner Hauseigentümer haben in den vergangenen Wochen ein Angebot der Stadtwerke Peine in Kooperation mit dem Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein (HWG) in Anspruch genommen und ihr Haus untersuchen lassen. Bauingenieur Axel Hartung von der ausführenden Firma: "Angesichts der steigenden Energiekosten wollen viele Hauseigentümer wissen, ob es einen Sanierungsbedarf am Gebäude gibt. Andere wollen kontrollieren, ob die Schwachstellen mit Sanierungsarbeiten tatsächlich behoben wurden."
Marco Reupke hat Glück gehabt. Aus dem Kurzgutachten, das er nun erhielt, geht hervor: Das Haus ist gut isoliert. "Alles im grünen Bereich", freut sich der Rosenthaler. Durch das Dach entweicht nur wenig Wärme, und die alten Fenster das hat ihn überrascht haben bessere Werte erzielt als die neueren. "Es gibt keinen Handlungsbedarf", ist Reupke zufrieden.
Laut HWG gilt die Faustformel: Bestehende Gebäude benötigen rund dreimal so viel Energie zur Beheizung wie zeitgemäße Neubauten. Trotzdem sei das Ergebnis in Rosenthal keine Ausnahme, erläutert Axel Hartung: "Alt ist nicht gleich schlecht. Das ist ein Irrglaube." Viele ältere Häuser seien solide gebaut: "Da fällt die Energiebilanz unter Umständen besser aus als bei einem mit der heißen Nadel gestrickten Neubau."













