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14. Februar 2012
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Kita-Sprachförderung soll Migranten helfen

Interview mit Bürgermeister Michael Kessler – Stadt Peine will wieder 200 000 Euro für Unterricht ausgeben


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PEINE. Bürgermeister Michael Kessler hat angekündigt, auch dieses Jahr wieder 200 000 Euro für Sprachförderung auszugeben für Kinder, die nicht gut Deutsch sprechen. PN-Mitarbeiter Bernd Stobäus unterhielt sich mit ihm über das Projekt.

Die Stadt gibt die Summe zum dritten Mal aus. Wo fließt das Geld hin?

In den Deutschunterricht in den Kindertagesstätten. Wir wollen, dass die Kinder Deutsch sprechen, wenn sie in die Schule kommen.

Wie sieht es in den Migrationsfamilien aus?

Es gibt keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wo und wie viel Deutsch oder ein Mix aus Muttersprache und Deutsch gesprochen wird. Aber wir müssen nach den Erfahrungen mit den Kita-Kindern davon ausgehen, dass in vielen Familien kein Deutsch gesprochen wird.

Um welche Nationalitäten geht es? 

In Peine sind die türkischstämmigen Migranten am stärksten vertreten. Sonst sind Russlanddeutsche, Polen und Araber die starken Gruppen.

Wie kommen Sie denn überhaupt an Erwachsene ran? 

Das ist  facettenreich: Wir kennen die so genannten Rucksack-Projekte in den Kindertagesstätten, bei denen die Eltern der Migrantenkinder "mitgenommen" werden. Wir führen Gespräche mit Eltern. Außerdem ist Sprachförderung bei meinen Besuchen in Moscheen ein Hauptthema.

Wie wirken sich Sprachprobleme bei den Jugendlichen auf dem Weg in den Beruf aus?

Es liegt auf der Hand, dass Schüler, die nicht gut Deutsch reden, nur schwer eine Stelle bekommen, insbesondere, wenn diese Berufe mit Außenkontakten verbunden sind. 

Sie haben kürzlich gesagt, Lernförderung ist eine Möglichkeit zu verhindern, dass uns das Migrationsproblem "um die Ohren fliegt". Wie meinen Sie das?  

Wir haben unter Migrantenkindern einen überdurchschnittlich hohen Prozentsatz an solchen ohne Schulabschluss und an Jugendlichen, die arbeitslos sind oder die nie eine Ausbildung oder eine Stelle bekommen haben. Ich fürchte, dass dies zu wachsender Unzufriedenheit und zu Sozialneid führt. Dass es eine ganze Reihe von Migrantenkindern auch "geschafft" hat, zeigt sich an einer wachsenden Anzahl von ihnen auf Gymnasien – aber das ist eben noch eine sehr kleine Minderheit.

Donnerstag, 18.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11936749/menuid/2162
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