Vor Gericht beschlossen: Auf dem Sonnenberger Sportplatz wirds leiser
Anlieger ziehen Klage zurück Landkreis-Vertreter verspricht: "Ich lege zur Not den Spielbetrieb lahm"
KREIS PEINE. Auf Sportanlagen geht es zuweilen nicht so leise zu, wie sich Anlieger das wünschen. In Sonnenberg schwelt ein solcher Streit seit Jahren (PN berichteten). Gestern vor Gericht zogen die Anlieger nach ausführlicher Diskussion die Klage aber letztlich zurück.
Es sind Zuschauer im Saal, sogar Kinder. Richter Holger Schwarz schildert die Stationen des Streits um Lärm, der insbesondere vom B-Fußballplatz auf das Kläger-Grundstück dringt. Mehrfach sei die Gemeinde Vechelde tätig geworden, habe Nutzungszeiten vorgegeben, untersagt, Lautsprecher zu benutzen, sowie auf einem Flurstück eigens einen Bolzplatz geschaffen ohne Erfolg. Der B-Platz blieb beliebter. Die Beschwerden hielten an.
Ein schalltechnisches Gutachten ergab, dass ordnungsgemäße Nutzung vorausgesetzt die für ein Dorfgebiet zulässigen 55 Dezibel eingehalten werden. Die Anlieger hatten jedoch die Hoffnung auf eine Einhaltung der Auflagen verloren. Wieder gab es Gespräche zwischen ihnen und Verein, Gemeinde, Kreis. Gemeinde und Verein schlugen einen Zaun um den B-Platz vor, doch das reichte den Anwohnern nicht. Sie klagten.
Ihr Anwalt erklärt, dass seine Mandanten nicht kinderfeindlich seien und nichts gegen Sport hätten, aber sehr wohl gegen Nägel vor ihrer Garage, Rasenmähen und Bolzen zur Unzeit sowie Anfeindungen. "In Sonnenberg gibt es keine Infrastruktur, die Sportanlage ist die Ersatzkneipenlösung." Der Kläger noch deutlicher: "Wir haben Lärmschutzfenster eingebaut, trotzdem haben wir nachts den Fernseher aus dem Sportheim gehört."
Der Richter nimmt die Sorgen der Kläger ernst, erkennt auch den Druck, der auf ihnen lastet von Seiten der vielen Vereinsmitglieder in dem 680-Seelen-Dorf und kritisiert das zurückhaltende Vorgehen der Gemeinde: Dem Bürgermeister liege wohl die Dorfgemeinschaft näher als das einfache Dorfmitglied. Andererseits spreche das Ergebnis des Schallgutachtens klar gegen eine erfolgreiche Klage. So riet Schwarz denn auch, die Klage zurückzunehmen, und mahnte den Verein, dass sich die Situation zum Besseren wende. Der Landkreis-Vertreter stimmte ein: "Ich lege zur Not den Spielbetrieb lahm." Bei Nicht-Einhaltung der Auflagen seien bereits Zwangsmittel und Bußgeld angedroht worden. Der Vereins-Vorsitzende setzt insbesondere auf den neuen Zaun für den B-Platz als Zutritts-Kontrolle.
Die Kläger willigten ein nicht ohne deutlich zu machen, dass sie eine Verlegung des B-Platzes auf den nahen Bolzplatz als die bessere Lösung empfänden. Ein Gedanke, den auch das Gericht schon hatte.













