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14. Februar 2012
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"Trau dich, spontan zu sein"

Eine ungeplante Kurzreise mit Freunden bietet unerwarteten Nervenkitzel mitten im grauen Alltagstrott


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Es ist warm. Es ist ein Tag wie jeder andere. Ich hänge meinen Gedanken nach. Genieße die Ferien. Erledige ein paar Dinge. Erstaunlich, wie wenige das in der Ferienzeit wirklich sind. Eigentlich habe ich nicht großartig viel zu tun. Die üblichen Pflichten: essen, trinken, schlafen, atmen.

Ansonsten ist nicht viel los. Naja, wie denn auch? Es ist Sommer. Zeit zu entspannen und zu genießen. Einfach in den Tag hinein zu leben und sich über nichts Gedanken zu machen.

Mein Alltag ist in den letzten Tagen sehr einfach. Nichts treibt mich zur Eile an. Wenn ich keine Lust mehr habe, höre ich auf. Wenn ich Lust darauf habe, fange ich wieder an. Es ist ein außergewöhnlich unaußergewöhnliches Leben. Manchmal braucht man das einfach. Schließlich sind die Ferien ja bald vorbei und dann heißt es wieder: arbeiten, denken, gestresst sein.

Also genieße ich mein aktuelles Dasein – bis letzten Sonntag. Ich bin mittelmäßig-früh aufgestanden. Ich habe gefrühstückt, langsam und ausgiebig. Dann habe ich mich mit meinem Buch in die Sonne gesetzt und gelesen. So in etwa bis Mittag. Ich habe mich auf einen genießerischen, gemütlichen Tag eingestellt. Ein Tag wie die vielen vor ihm. Keine Veränderung. Derselbe Trott. Derselbe Alltag. Ich war zufrieden.

Plötzlich klingelte das Telefon. Ein Freund war dran. Er fragte, ob ich Lust habe, auf ein sechstägiges Festival mitzukommen. Es kämen viele Leute, die ich kenne. Wir würden eine Menge Spaß haben. Ich müsse doch unbedingt mitkommen! Am nächsten Tag gehe es los…

Ich bin überrascht. Aber nur für einen kurzen Moment. Am nächsten Tag? Wow, das ist echt verdammt wenig Zeit. Das bedeutet viel Stress, viel Arbeit… aber gleichzeitig viel, viel Spaß auf dem Festival. Ich brauche nicht lange nachdenken. Adrenalin pumpt sich in meine Adern. Ein kurzes, nervöses Aufflackern in meinem Herzen. Der Wunsch, das Unmögliche einfach zu tun. Es einfach zu wagen. Nicht viel darüber nachzudenken. Einfach innerhalb weniger Sekunden zu entscheiden.

Eigentlich hatte ich noch andere Sachen geplant, aber jetzt verspüre ich die Lust, einfach spontan zu sein, einfach "ja, klar!" zu sagen. Realistisch gesehen wäre es totaler Schwachsinn jetzt noch irgendwo hinzufahren. Aber ich spüre, dass ich es will, wirklich will! Keine Ahnung warum.

  Vielleicht, weil mein Kopf genug vom grauen Alltag hat. Vielleicht, weil ich schon viel zu lange einfach nur rumgesessen habe. Genau eine Woche wohlgemerkt… Vielleicht aber auch, weil der Nervenkitzel, etwas Unüberlegtes zu tun, jeden realistischen Gedanken löscht.

Es wäre dumm zu fahren, aber ich weiß, ich werde es tun. Ich werde es tun, weil Spontaneität lebendig macht. Weil man das Gefühl hat, unabhängig von allem zu sein. Das Gefühl, aus dieser manchmal so starren Welt einfach auszubrechen.

Weil man weiß: Wenn ich das jetzt tue, werde ich irre viel Stress haben. Ich werde keine Sekunde heute Nacht schlafen können, weil mich die Vorfreude zerreißt. Ich werde am nächsten Morgen sehnsüchtig auf meine Mitfahrgelegenheit warten. Ich werde meine Sachen ins Auto laden, mich reinsetzen und die ganzen zwei Stunden Fahrtzeit wird mein Herz einen Takt schneller schlagen. Die Freude auf das Erlebnis siegt. Der Stolz, in so wenig Zeit es trotzdem geschafft zu haben, sich halbwegs darauf vorzubereiten.

Eine spontane Entscheidung birgt enormen Zeitdruck. Aber sie ist auch gleichzeitig tausendmal spannender als jeder Actionfilm, in dem die Bombe tickt, die Zeit rennt. Du musst als erster fertig sein, dann wird es gut. Lebe den Augenblick. Lebe den Nervenkitzel. Trau dich, spontan zu sein, und es gibt dir das Gefühl zu leben. Sei schneller als die Zeit, schneller als alles andere und du gewinnst den Hauptpreis: Sechs Tage Spaß mit guten Freunden. Trau dich, spontan zu sein – denn man lebt wirklich nur einmal!

Samstag, 31.07.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/12701937/menuid/2162
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