Standortsicherung – Peiner Träger setzt mehr auf Rohstahlerzeugung
Zweiter Elektro-Ofen in der Testphase – Personalabbau über Sozialplan, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge
Der Salzgitter Konzern hat durch die Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr einen hohen Verlust von einer halben Milliarde Euro erwirtschaftet. Laut Bilanz entstand rund die Hälfte am Standort Peine. Hat das Folgen?
Sprecher Bernd Gersdorff erläutert gegenüber den PN: "Generell gilt: Die Salzgitter AG steht zu den Investitionen in die Peiner Träger GmbH und damit zum Konzernstandort Peine." Aufgrund des Konkurrenzdrucks seien jedoch Einsparungen in den Bereichen Rohstoffe, Energie und Personal erforderlich.
Michael Kieckbusch, Arbeitsdirektor Salzgitter Stahl GmbH, resümiert: "Die Verhandlungen sind keinem leicht gefallen. Sie wurden in konstruktiver Atmosphäre geführt und haben ein tragfähiges Ergebnis erbracht. Über allem steht die Standortsicherung."
Sämtliche Einschnitte und Veränderungen in der Organisationsstruktur genauso wie die hohen Investitionen – 400 Millionen Euro – hätten ausschließlich der Stärkung der Wettbewerbsposition der Peiner Träger (PTG) gedient, unterstreicht Gersdorff: "Beispielsweise erhält der Standort durch erweiterte Kapazitäten in der Rohstahlerzeugung im Konzernverbund eine neue Bedeutung und wird künftig Schwestergesellschaften im Konzern mit Vormaterial versorgen." So lasse sich die schlechte Auftragslage auf dem Trägermarkt auffangen.
Außerdem werde in Peine zurzeit eine weltweit neuartige Anlage zum Dünnbandgießen errichtet. Gersdorff: "Auf ihr werden neuartige Stahlgüten ab Ende 2012 produziert."
Die Personaleinschnitte (PN berichteten) bestätigte der Konzernsprecher: "Bis zum Jahr 2012 wird die Zahl der Mitarbeiter von 1260 auf 1100 reduziert – unter besonderer Würdigung rentennaher Jahrgänge über Sozialplan, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge." Rund 19 Millionen Euro wolle das Unternehmen für Sozialplan und Interessensausgleich aufwenden, die beide übrigens bereits von den Betriebsparteien unterschrieben worden seien.
An der Ausbildungsquote und der Perspektivensicherung für Jungfacharbeiter für zwei weitere Jahre – 40 Ausgebildete – werde das Unternehmen dagegen verbindlich festhalten, betont Gersdorff.
Was die Veränderungen in den Organisationsformen angeht, nannte Gersdorff ein Beispiel – die Zusammenlegung der Leitung der beiden Walzbetriebe.
Derweil befindet sich der zweite Elektro-Ofen in der "Inbetriebnahmephase", sagt Gersdorff. Pro Stunde könnten darin 2,5 Tonnen Schrott für die Stahlerzeugung geschmolzen werden. "Ein Parallelbetrieb der beiden E-Öfen ist für Frühjahr 2011 geplant."













