"Im Namen Allahs, des Barmherzigen" – Fastenmonat Ramadan ist beendet
Bei einem gemeinsamen Essen wurden auch Missverständnisse um den muslimischen Glauben angesprochen
Der Gesang von Imam Kenan Tunç hallt über ein Mikrofon durch den Raum neben der Eyüp Sultan Moschee in der Südstadt. Der Vorbeter liest aus dem Koran vor. Mehr als 30 Menschen sind am Donnerstag gekommen, um mit ihm das Fasten zu brechen.
Vier Wochen lang haben gläubige Muslime tagsüber bis zum Sonnenuntergang auf Speisen und Getränke verzichtet. Der islamische Fastenmonat Ramadan ist eine der im Koran verankerten religiösen Pflichten der Muslime. Das Fastenbrechen ist nach dem Opferfest, das zum Höhepunkt der Wallfahrt nach Mekka gefeiert wird, der höchste islamische Feiertag.
Und dazu wurde die Tafel von den Gemeindemitgliedern festlich mit Blumen, Weintrauben, Feigen und Datteln geschmückt. Auf Beistelltischen stehen türkische Spezialitäten. Doch vor dem Essen steht das Warten. Der Imam spricht, oder vielmehr singt, ein Gebet. Pfarrer Thomas Blumenberg, der neben ihm sitzt, schließt die Augen. Die Melodie erinnert an die Gesänge in der Katholischen Kirche.
Auch nachdem die Suppe serviert wurde, rührt sich niemand. Denn Mehmet Turan, Vorsitzender der Türkisch Islamischen Gemeinde, stellt jeden Gast einzeln vor und gibt ihm einige Worte mit auf den Weg.
Danach wird das Fasten in fröhlicher und ungezwungener Stimmung gebrochen, was für die meisten der Gäste, wie aus der lokalen Politik und dem Schulwesen, nur symbolischen Charakter hat. Nach einiger Zeit verabschiedet sich der Imam zum Gebet in die Moschee.
Die Eyüp Sultan Moschee hat 200 Mitglieder, die einen monatlichen Beitrag zahlen. Turan sagt, dass jedoch weit mehr Personen zu der Gemeinde gehörten – 800 bis 1000. Mitgliedsbeiträge und Spenden finanzierten die Moschee. "Die Spendenbereitschaft ist enorm hoch", sagt Turan. Beim Freitagsgebet hörten rund 400 Gläubige der Predigt des Imam zu. "Das sind keine Hasspredigten", sagt Turan und lacht. "Heutzutage muss man das ja dazu sagen."
Die Frauen beten ein Stockwerk höher. Sie sehen den Imam nicht live, sondern auf einer Leinwand. Normalerweise, so Turan, würden sie hinter den Männern sitzen – wenn der Raum groß genug wäre. Das habe den einfachen Grund, dass die Männer den Frauen beim Gebet nicht auf den Po sehen sollen.













