Dank Sonnenenergie – "Strom für ein Jahr für Sonnenberg und Wierthe"
Freiland-Photovoltaikanlage auf ehemaligem Zuckerfabrikgelände bis Jahresende fertig gestellt – Infotag geplant
Die Sonne scheint, aber es ist bewölkt – doch das hält das Photovoltaik-Kraftfeld in Wierthe nicht von der Arbeit ab: Es produziert trotzdem fleißig Strom.
Ortstermin mit Frank Ziegeler, Geschäftsführer der Gesellschaft Kraftfeld Vechelde, an der Freiland-Photovoltaikanlage: Auf 2,5 Hektar wird dort auf dem ehemaligen Zuckerfabrikgelände Strom erzeugt – und zwar so viel, wie die Orte Wierthe und Sonnenberg mit insgesamt 990 Einwohnern pro Jahr benötigen, rechnet Ziegeler vor (siehe Fakten).
"Steigende Nachfrage"
Nach Stilllegung der Zuckerfabrik hat Ziegeler – auch Inhaber einer Fachfirma für Solar- und Haustechnik – das 4,5 Hektar große Fabrikgelände gekauft: Statt um die Rübe geht es nun um die Sonne – das Areal ist zum Solarpark geworden. "Solarenergie ist eine saubere Energie: Sie produziert keine Abgase und keinen Lärm", nennt Ziegeler einige Vorzüge. "Zudem sind Solaranlagen problemlos zu entsorgen oder gar zu recyceln." Ganz anders als der Atommüll, wäre zu ergänzen.
Für die Firma "Ziegeler Solar- und Haustechnik" ist das Millionenprojekt in Wierthe ein dicker Schluck aus der Pulle: Das Unternehmen hat das Gelände in Wierthe gekauft und ist von Vechelde ins frühere Nordzucker-Verwaltungsgebäude umgezogen – vier weitere Unternehmen haben sich dort eingemietet. Dazu kommt das Photovoltaik-Kraftfeld, das Ziegeler zufolge "zu den größten in Niedersachsen" gehört.
Unabhängig von den (politischen) Rahmenbedingungen ist der 38-Jährige überzeugt: "Ich sehe unseren Solarpark nicht in Gefahr: Wir haben einen guten Standort, der schnell von den umliegenden Städten aus zu erreichen ist." Das Entscheidende sei aber: "In der Gesellschaft steigt das Interesse an alternativen Energieformen wie Solarstrom." Zunehmend werde – auch angesichts steigender Kosten für Öl und Gas – nach solchen umweltfreundlichen Energien nachgefragt.
"Solarwerkstatt geplant"
Wie es sich für einen "Überzeugungstäter" wie Ziegeler gehört, setzt der Vechelder beim Solarpark auf ein Gesamtkonzept: Eine Hackschnitzel-Anlage sorgt im Firmensitz der "Ziegeler Solar- und Haustechnik" und der anderen vier Unternehmen für warmes Duschwasser und die Raumheizung; es gibt eine energiesparende Computeranlage und Schritt für Schritt energiesparende Beleuchtung. Selbstredend befinden sich auf den Gebäudedächern im Solarpark Photovoltaikanlagen. Ziegeler: "Es gibt kaum ein Haus, das ungeeignet ist für eine Photovoltaikanlage und kaum eine Familie, für die sich Solarenergie nicht rechnet."
Der Fachmann blickt voraus: Mit der Bildungsvereinigung "Arbeit und Leben" als Bildungsträger möchte er noch im Solarpark eine Solarwerkstatt errichten, um Menschen zu Solarmonteuren aus- und fortzubilden. Ziegelers zweites Projekt: mit solarbetriebenen Anlagen Meerwasser entsalzen, um es als Trinkwasser nutzen zu können.
Als Geschäftsführer der "Kraftfeld Vechelde" steht ihm jedoch zunächst eine andere Aufgabe bevor: Zwei Drittel der Module für die Freiland-Photovoltaikanlage müssen bis Jahresende angeschlossen und in Betrieb genommen werden, um die notwendige Einspeisungsvergütung zu erhalten. "Das schaffen wir auch", weiß Ziegeler und blickt zum Himmel: Erst dann kann die Anlage die Sonnenkraft optimal nutzen.
Die fünf Firmen laden am Sonntag, 19. September, von 10 bis 18 Uhr zum Tag der offenen Tür in den Solarpark ein, Fabrikstraße 6 in Wierthe. Informiert wird über Solarenergie, Fördermöglichkeiten und das Kraftfeld. Für Kinder gibt es Aktionen. Eintritt frei.













