Bügeln gegen Babysitten
Verein Mehrgenerationenhaus startet mit einer Tauschbörse in der Südstadt
PEINE. Die Frau bereitet einen Kindergeburtstag vor. Der Mann begleitet eine Seniorin zum Arzt, und die Jugendliche putzt Fenster. Geld erhalten sie für ihre Tätigkeiten nicht. Dafür können sie ebenfalls Hilfen in Anspruch nehmen – beim Bügeln oder Briefe schreiben. Angestoßen vom Verein Mehrgenerationenhaus wird in der Südstadt eine Tauschbörse gegründet.
In Schwung bringt das Prinzip "Tauschen statt kaufen" Anke Voges. Sie nimmt bereits aktiv am Tauschring-Peine teil und möchte die Tauschbörse auf den Weg bringen. Am ersten Treffen in den Räumen des Vereins Mehrgenerationenhaus in der Südstadt haben elf Interessierte teilgenommen.
Das Prinzip sei, Hand in Hand zu arbeiten. Alle Angebote sind unentgeltlich und nicht professionell, so Voges. Damit es wirklich ein Geben und Nehmen ist und niemand nur Leistungen in Anspruch nimmt, ohne selbst aktiv zu werden, führt jeder Teilnehmer ein Kontobuch.
Eine Stunde Arbeit ist einen Chipiie wert. Anke Voges zeigt die vorläufigen bunten Plastikchips, die eigentlich zu Kinderspielen genutzt werden. Sie sollen später ausgetauscht werden. Jeder, der mitmacht, beginnt mit einem Guthaben von 50 Chipiies.
Die Tauschbörse soll einige Besonderheiten haben, wünschen sich die Organisatoren Anke Voges und Brigitte Blümel. Voges: "Bei vielen Tauschringen bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke." Deshalb seien monatliche Treffen geplant, damit Kontakt entstehe. "Wen man nicht kennt, ruft man auch nicht an."
Die Teilnehmer, ihre Angebote und Wünsche sind in der Marktzeitung nachzulesen. Anke Voges will sie regelmäßig schreiben und an alle Mitglieder verschicken. Ein Tauschflohmarkt ist laut Voges ebenfalls geplant. Und es soll die Möglichkeit geben, Gutscheine zu verschenken.
Begeisterte Tausch-Teilnehmerin ist Lydia Mierse. Sie hat bereits in anderen Tauschringen Erfahrungen gesammelt und freut sich auf die Tauschbörse. "Ich bin überzeugt von dem Prinzip. Außerdem macht es Spaß", erzählt sie. Ihr Hobby sei das Stricken. Socken könne kaum noch jemand selbst stricken, hat sie die Erfahrung gemacht.
Feste vorbereiten, Fenster putzen, backen, bügeln, Babysitten oder einfach mal zuhören, wenn ein Teilnehmer sich gerne unterhalten möchte – was geboten wird und gefragt ist, wollen die Teilnehmer in den nächsten drei Monaten in einer Testphase ausprobieren.













