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11. Februar 2012
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Sorge vor dritten Zähnen aus Polen

Neue Gesetze beim Zahnersatz machen Dentallaboren zu schaffen – Peiner Großbetrieb meldet Kurzarbeit an

Von Florian Arnold

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PEINE. In einem der größten Zahntechnik-Labore in Niedersachsen, bei Denta-Line in Peine, ist für die rund 40 Beschäftigten Kurzarbeit angesagt: Die Neuregelung der Erstattung von Zahnersatz mache derzeit nicht nur seinem Betrieb zu schaffen, sagt Geschäftsführer Heinz-Werner Twachtmann. Auch die weiteren Aussichten für seine Branche seien nicht rosig.

Zu Jahresbeginn ist die Erstattung von Zahnersatz von einer prozentualen Beteiligung der Krankenkassen auf Festbeträge umgestellt worden. Grundsätzlich eine gute Sache, sagt Dr. Ralf Zornemann, stellvertretender Kreisvorsitzender der Zahnärztekammer. "Den Festzuschuss gibt es auch für Behandlungen, die die Kassen vorher nicht bezuschusst haben, wie vollkeramische Brücken oder Implantate. Der Patient hat mehr Wahlfreiheit."

Allerdings sei die Umsetzung des Gesetzes sehr kurzfristig und ohne Karenzzeit geregelt worden, kritisiert Denta-Line-Chef Twachtmann: "Noch im Dezember war nicht klar, wie die Sache gehandhabt wird." Die Folge: Die so genannten Heil- und Kostenpläne, die die Zahnärzte aufgrund ihrer Befunde erstellen und von den Kassen absegnen lassen, bevor die Zahntechniker sie umsetzen, stapelten sich in den Praxen und bei den Sachbearbeitern der Kassen. Labore warteten vergeblich auf Aufträge. Twachtmann spricht von einem Umsatzrückgang bis zu 50 Prozent. "Wenn das so weitergeht, muss ich Mitarbeiter entlassen." Die Krankenkassen schalteten unterdessen auf stur, gingen auf Gesprächsangebote nicht ein.

Wolfgang Fery, Leiter des AOK-Servicezentrums Peine, sieht die Lage nicht so dramatisch. "Anfangsschwierigkeiten, bei denen wir Details häufig in Zahnarztpraxen nachfragen mussten, sind geklärt, so dass die Heil- und Kostenpläne nun wieder zügig bearbeitet werden."

Unterdessen sieht Twachtmann am Horizont neues Ungemach aufziehen: Vor allem Betriebskrankenkassen legten ihren Mitgliedern zunehmend nahe, Zahnersatz günstig in Osteuropa fertigen zu lassen und auch dortige Zahnärzte aufzusuchen. Je nach Befund könnten dabei bis zu einige hundert Euro gespart werden. Zahnarzt Zornemann glaubt indes nicht, dass das in Peine Schule machen wird. Bisher habe erst ein Patient diesen Wunsch an ihn herangetragen. Er habe wegen der Probleme bei der Nachbehandlung abgeraten. Und auch AOK-Chef Fery betont: "Wir raten unseren Kunden nicht dazu, weil wir Wert auf Qualität und die Gewährleistung der Nachbesserung legen."

Donnerstag, 31.03.2005
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/3908463/menuid/2162
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