Jüdisches Verzeichnis erstmals komplett
Stadtarchiv trägt Daten zusammen Grundlage für weitere Forschungen
PEINE. Im Stadtarchiv ist erstmals ein Gesamtverzeichnis der jüdischen Einwohner Peines in der Zeit des Nationalsozialismus entstanden. Wie Stadtarchivar Michael Utecht berichtet, wurden 122 Namen von 38 Familien erfasst mit Geburtsort und -tag, Wohnort und Verfolgungsschicksal.
"Dies müsste eine nahezu komplette Liste über die jüdische Gemeinde sein. Die Mehrzahl von ihnen ist 1942 deportiert worden", so Utecht im PN-Gespräch. Federführend hat das Projekt Jens Binner vom Arbeitskreis Stadtgeschichte begleitet. Der Arbeitskreis will die Erkenntnisse in seiner für 2006 geplanten Veröffentlichung über die jüdische Geschichte aufnehmen. Diese erscheint in der Schriftenreihe des Kreisheimatbundes.
Die zusammengetragenen Daten, so Utecht, ließen nun weitere Auswertungen "im Rahmen des Personenschutzes" zu. Verwandtschaftsverhältnisse, Sozial- und Berufsstruktur, Anteil der Emigrationen und Deportationen alles ließe sich nun analysieren.
Anlass war das Projekte "Liste der Juden in Deutschland 1933 bis 1945" des Bundesarchivs. In Zusammenarbeit mit der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", die beauftragt ist mit der Abwicklung der Zwangsarbeiterentschädigung, wurden sämtliche Orte, in denen eine jüdische Gemeinde existiert hat, angeschrieben.
Wie Utecht schildert, hat das Stadtarchiv daraufhin verschiedene Veröffentlichungen ausgewertet, die Quellen gesichtet und vor allem die Meldekarteien anhand der bekannten Familiennamen überprüft und fotografiert. "Bislang waren die einzelnen Quellen lückenhaft. Wir haben jetzt erstmals ein Gesamtverzeichnis aus diesem wichtigen Kapitel Stadtgeschichte", sagt Utecht. jf













