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11. Februar 2012
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Panische Flucht vor Heißluftballon: Jungstörche stürzen aus ihrem Nest

Zwei Vögel landen auf der Wiese hinter dem Haflinger-Hof – Dritter Nestbewohner erst Tage später entdeckt

Von Bianca Aust

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WENDEBURG. Die Geschichte, die Dieter Kaufmann erzählt, ist nicht gerade Märchen zu nennen – obwohl sie viele Elemente eines solchen vereint. Bis hin zum Happy End.

Mittwoch vergangener Woche, gegen 20.30 Uhr: Es ist ein schöner, lauer Sommerabend. Kaufmann, Haflinger-Züchter und Storchenfreund, ist stolz auf den Nachwuchs, den Familie Adebar im Nest auf dem Dach seines Wohnhauses aufzieht. Die drei Jungen, geschlüpft zwischen dem 16. und 20. Mai, haben den Schutz des Domizils noch nicht verlassen. Bis zum besagten Abend. "Es mag so gegen 20.45 Uhr gewesen sein, als ein Heißluftballon von Norden kommend über unser Haus flog – in einer Höhe von ungefähr zehn Metern", berichtet der Wendeburger empört.

Eine Ballonfahrt, die die Wellen im Hause Storch gefährlich hoch schlagen ließ: Die Jungtiere, das registrierte Kaufmann mit hilflosem Entsetzen, flüchteten aus dem Nest. Donnerstag: Zwei der Vögel entdeckt der besorgte menschliche Pate auf einer Wiese hinter seinem Haus. "Zum Glück konnten sie wieder auf das Dach gescheucht werden." Von Nummer drei? Fehlt jede Spur. Kaufmann beginnt einen Telefonmarathon, ruft die Flughäfen in Braunschweig und Eddesse an – beide wissen nichts von gestarteten Ballonen. Die Deutsche Flugsicherheit in Hannover würde gern weiter helfen, sieht ihre Hände allerdings gebunden, weil Kaufmann durch die ganze Aufregung keine genaue Beschreibung des Ballons geben kann. Was auch eine Anzeige erschwert.

Am Freitag dann die erlösende Nachricht: "Ein Nachbar hatte einen Storch auf einem Gerüst entdeckt. Ich bin sofort hin – es war das dritte Jungtier", berichtet Kaufmann. Samstag sei es ihm gelungen, den Vogel einzufangen und zunächst in eine Voliere zu setzen, um ihn mit Mäusen aufzupäppeln und ausruhen zulassen.

Am Sonntag, zufrieden mit dem Zustand seines Sorgenkindes, kletterte der Senior schließlich auf das Dach seines Hauses und lieferte den Nachwuchs-Adebar bei seinen Geschwistern im Nest ab. Ein Blick über die Web-Cam auf dem Dach ins Storchennest zeigt, dass der Junior noch ruhebedürftig, aber munter ist.

"Die Gefahr, dass er aus dem Nest gestoßen wird, besteht bis zu einer Woche", weiß der Wendeburger, doch er bleibt optimistisch. Von einer Anzeige gegen den Ballonfahrer sieht er trotz näherer Hinweise aus der Nachbarschaft auf die Identität des Gefährts ab. "Wichtig ist, dass der Storch lebt!" Der nächste Störenfried käme jedoch nicht ungeschoren davon.

Mittwoch, 25.07.2007
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/7047024/menuid/2162
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