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12. Februar 2012
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Es geht nicht mit und nicht ohne: Kalkofe und seine Hassliebe zu Peine

Der Komiker wird heute 43 Jahre alt – Ein Interview über zarte Heimatgefühle und harte Fernsehwelt


PEINE. Herzlichen Glückwunsch, Oliver Kalkofe! Der in Peine aufgewachsene Komiker feiert heute seinen 43. Geburtstag. Die Stadt seiner Jugend muss immer wieder für Witze herhalten, dennoch hegt er Heimatgefühle. PN-Mitarbeiter Henrik Zein sprach mit ihm.

Herr Kalkofe, welche Erinnerungen haben Sie an ihre Zeit in Peine?

Ich bin mit zehn Jahren nach Peine gezogen und habe bis zum meinem Studium dort gelebt. Auch wenn ich mich schon häufiger auf ironische Weise etwas abwertend über Peine geäußert habe, war es eine sehr schöne Jugendzeit dort. Peine ist eine Stadt, die keine großen Extreme kennt, so wie ich es zurzeit in Berlin erlebe. Dafür ist Peine zu groß für eine Kleinstadt, aber zu klein für eine Großstadt.

Wie war Ihre Abizeit am Peiner Silberkamp-Gymnasium?

Daran habe ich sehr gute Erinnerungen. Beim Abiball hatte ich meinen ersten größeren Bühnenauftritt, als wir eine Fernsehshow-Parodie aufgeführt haben und ich mich als Elton John verkleidet habe. Vor kurzem war ich beim 20-jährigen Jubiläum unseres Abiturjahrgangs. Es war ein schöne, aber auch etwas seltsame Rückkehr an meine alte Schule. In den letzten 20 Jahren scheint sich nicht viel verändert zu haben. In den Klassenräumen stehen immer noch die alten, von uns mit Edding voll gekritzelten Stühle und Tische.

Haben Sie noch Kontakte nach Peine?

Da ich ein Patenkind in Peine habe, sind die Kontakte dorthin noch vorhanden. Allerdings bin ich selten dort. Das liegt unter anderem daran, dass ich nur wenig Zeit habe. Zudem habe ich durch meine ironisch gemeinten Bemerkungen über Peine auch etwas Angst davor, dass ich nicht mehr lebend aus der Stadt komme oder mir jemand die Autoreifen zersticht (lacht).

Inwieweit hat Sie die Zeit in Peine geprägt?

Sie war für die spätere Karriere sehr bedeutend. Ich habe viel über die Menschen und den alltäglichen Irrsinn gelernt, der hinter den Häuserwänden schlummert. Das war für meine Arbeit sehr wichtig.

Gibt es viele Klagen von Personen, die von Ihnen auf den Arm genommen werden?

Komischerweise gab es bislang nicht viele Anzeigen. Ab und zu gab es angedrohte Klagen, die aber überhaupt nicht haltbar waren. Meistens bekomme ich eher Beschwerdebriefe von Fans.

Gibt es noch Sendungen im deutschen Fernsehen, die Sie sich anschauen?

Ich sehe mir nur noch sehr wenig im deutschen Fernsehen an. Vielleicht mal Stromberg oder Dittsche, aber davon gibt es ja nicht viele Folgen. Ansonsten schaue ich zumeist DVDs, die ich aus dem Ausland kaufe.

Was nervt Sie im deutschen TV am meisten?

Die Mutlosigkeit und mangelnde Kreativität. Die deutschen Sender hätten viel mehr Möglichkeiten. Aber es wird nicht versucht, etwas Neues zu machen, sondern nur aus dem Ausland kopiert. Das Fernsehen wird immer bürokratischer.

Sie waren mit "Der Wixxer" und "Neues vom Wixxer" sogar auf den Kinoleinwänden zu sehen. Ist ein dritter Teil geplant?

Es wird einen dritten Teil geben. Für den sind wir schon in der tiefen Planungsphase. Allerdings steht noch nicht fest, wann er in die Kinos kommt. Zwischen dem ersten (2004, d. Red.) und zweiten Teil (2007, d. Red.) lagen drei Jahre, diese Zeit wird es auch diesmal brauchen.

Welchen anderen Beruf hätten Sie sich noch vorstellen können?

Das habe ich mich auch schon häufiger gefragt. Ich wollte schon immer etwas mit Medien machen. Damals bei der Berufsberatung in Peine sagte man mir, es wäre nur noch etwas als Schifffahrtskaufmann frei, aber das wollte ich nicht (lacht). Ein Job bei einer Bank oder Versicherung wäre mir zu mathematisch und schwierig gewesen. Ich bin im Endeffekt sehr froh, mein Hobby zum Beruf gemacht zu haben.

Freitag, 12.09.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/9108714/menuid/2162
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