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16. März 2010
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Handwerksmeister: Dacherneuerung war Pfusch am Bau hoch fünf

Ehepaar Miltz aus Vechelde muss Dach erneut erneuern lassen – Beschuldigte Firma weist alle Vorwürfe zurück

Von Harald Meyer

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VECHELDE. "Pfusch am Bau hoch fünf": Dachdeckermeister Hans Hermann Effe aus Oberg findet drastische Worte zu dem, was eine Wolfenbütteler Dachdeckerei mit dem Dach des Reihenhauses von Cornelia und Klaus Miltz aus Vechelde angestellt hat.

Ein Pfusch, der zu Anzeigen gegen den Inhaber der Wolfenbütteler Firma führen wird. Wobei der Handwerker selbst alle Vorwürfe energisch zurückweist – sein Betrieb sei inzwischen im Übrigen konkurs.

Der Reihe nach: Per Internet hat sich Klaus Miltz Angebote für die Dacherneuerung eingeholt. "Sie lagen zwischen 13 000 und 21 000 Euro", schildert der 59-Jährige. Entschieden haben sich die Vechelder mit der Wolfenbütteler Dachdeckerei für eine mittlere Preisklasse. "16 320,28 Euro sollten die Arbeiten kosten", rechnet Miltz vor. "15 300 Euro haben wir gezahlt, das kann ich belegen." Das übrige Geld habe der Wolfenbütteler dem Paar erlassen, da "es Schäden im Haus durch Firmenmitarbeiter gegeben hat".

Im Nachhinein hat sich aber herausgestellt: "Bei der Dacherneuerung hat es eine Vielzahl von kleinen und großen Pfuschereien gegeben", ärgert sich Cornelia Miltz (56). Effe bestätigt das und nennt das größte Problem: "Bei der Dacherneuerung wurde die falsche Dampfschichtsperre verwendet." Folge: Die Luft kann nicht durch diese Folie entweichen, sie kondensiert, wird also unter der Folie zu Wasser, das die Dachbalken faulen lässt; Schimmelbildung im Haus ist möglich.

Erst nach Abschluss der Dacharbeiten hat das Ehepaar die Wassertropfen im Haus entdeckt – und die Fehler bei der Dacherneuerung kamen ans Tageslicht. "Da haben wir unser Geld aber schon an den Wolfenbütteler bezahlt", ärgert sich das Ehepaar Miltz.

Die neuen Dachziegel mussten wieder runtergenommen werden, nun gibt es eine erneute Dacherneuerung – weitere rund 13 000 Euro muss das Ehepaar Miltz zahlen. Effe urteilt über die Wolfenbütteler Dachdeckerei: "Sie hat Fehler gemacht, die nicht passieren dürfen. Unter solchen Firmen leiden alle anderen Handwerksunternehmen."

Der Wolfenbütteler Dachdecker ist sich aber keiner Schuld bewusst: Fehler bei den Arbeiten habe er nicht gemacht – "es kann auch nicht sein, dass ich eine falsche Dampfschichtsperre verwendet habe. Warum sollte ich das getan haben? So hätte ich doch kein Geld gespart." Der Mann betont zudem, Ehepaar Miltz habe die Dacherneuerung noch nicht komplett gezahlt.

Gleichwohl droht dem Wolfenbütteler richtig Ärger: Ehepaar Miltz verlangt von ihm Geld zurück – sonst gibt es eine Anzeige wegen möglichen Betrugs. Im Raum stehen des Weiteren eine Anzeige wegen illegaler Abfallentsorgung – es geht um die Asbestdachplatten und Dämmung des alten Dachs des Ehepaars Miltz – und wegen Schwarzarbeit. Der Beschuldigte kontert: "Ich werde mir einen Anwalt nehmen."

Donnerstag, 30.10.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/9356677/menuid/2162
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