Hauptschule Edemissen nimmt Förderschüler auf
Seit diesem Schuljahr gehen zwei Kinder mit Förderbedarf in eine Integrationsklasse
EDEMISSEN. Die Hauptschule in Edemissen ist Vorreiter im Landkreis Peine. Sie ist die erste Schule, die Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in eine Integrationsklasse aufgenommen hat.
Seit diesem Schuljahr gehen zwei Kinder mit speziellem Förderbedarf in die fünfte Klasse der Hauptschule. Diese Klasse nennt sich nun Integrationsklasse. Sowohl Lehrer als auch Schüler mussten sich auf die neue Situation einstellen: Klassenarbeiten gibt es seitdem in dreifacher Ausführung; eine Ausgabe für die Klasse und zwei individuelle Arbeiten für die Integrationskinder. "Die Arbeiten sind auf die Fähigkeiten der Förderschüler abgestimmt", sagt Deutschlehrerin Daniela Hübner. "Die Aufgaben sind meist einfacher, lassen sich schneller lösen und erfordern nicht zu viel Transferarbeit."
Außerdem würden die Schüler für zusätzliche Förderstunden und Sprachtherapien aus der Klasse genommen. "Für diese Stunden kommen spezielle Förderlehrer zu uns", sagt Schulleiter Peter Köhler.
Köhler hatte sich dafür stark gemacht, dass in der Hauptschule eine Integrationsklasse eingerichtet wird. "In den Grundschulen gibt es bereits das regionale Integrationskonzept. Dort werden Kinder mit Förderbedarf aufgenommen", erklärt er. "Ich habe mich gefragt: Was passiert aber mit diesen Schülern, wenn die Grundschule beendet ist?"
In der Hauptschule in Edemissen werden diese Schüler gerne aufgenommen. Dort können sie nach der neunten Klasse ihren Förderschulabschluss machen. "Die Motivation der Eltern ist aber natürlich, dass ihre Kinder bei uns nicht nur den Förderschulabschluss, sondern auch den Hauptschul-Abschluss machen", sagt Köhler.
Und wie läuft die Arbeit in der Integrationsklasse? "Wir sind sehr zufrieden", sagt Mathelehrer Bernd Effner. "Die beiden Schüler haben ihren Platz in der Klasse gefunden. Nur manchmal gibt es Neid bei den anderen Schülern, weil wir mit den förderbedürftigen Kinder manchmal etwas nachsichtiger sind."
Für die Zukunft hofft Schulleiter Peter Köhler, dass sich wieder eine Integrationsklasse bildet. Alle Grundschulen hat er bereits angeschrieben. "Für die neue fünfte Klasse gibt es bereits drei interessierte Kinder."













