Cargill-Mitarbeiter fordern mehr Lohn
Warnstreik vor dem Werkstor Mitarbeiter wollen nach Nullrunde 5 Prozent mehr Geld
BEDDINGEN. Zum Warnstreik bei Cargill rief gestern die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) auf. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Ölmühle 5 Prozent mehr Lohn. "Wir wollen dem Arbeitgeber mit dem Warnstreik deutlich machen, dass es eine Minute vor Zwölf ist", sagte Katja Derer, Gewerkschaftssekretärin der NGG. Produktionsdrosselungen sollen Cargill zum Einlenken bewegen. Derer: "Wer den billigen Jakob machen will, zahlt teuer."
Cargill bietet nach Angaben der NGG 1,9 Prozent mehr Lohn über eine Laufzeit von 12 Monaten. "Das Angebot ist beleidigend und ein Schlag ins Gesicht", so Derer. Die letzte Lohnerhöhung bei Cargill habe es im Jahr 2007 gegeben, es folgten zwei Nullrunden. In der Zwischenzeit habe es an anderen Standorten des Konzerns weitere Lohnerhöhungen gegeben. Jeder Cargill-Standort verhandelt selbstständig.
Die NGG vertritt in der Tarifauseinandersetzung nur 19 der rund 100 Cargill-Mitarbeiter, von denen die meisten außer Tarif bezahlt werden. "Auch das ist ein Ziel von uns, den Laden wieder komplett in den Tarifvertrag zu bekommen", sagte Derer. Nach NGG-Angaben lehnt Cargill die Gehaltsforderung mit Hinweis auf die schwierige wirtschaftliche Lage ab. Außerdem werden die Lohnerhöhungen an anderen Standorten kritisiert. Derer wirft der Geschäftsführung deswegen vor, die Belegschaft gegeneinander auszuspielen. Tim Hyland, Leiter des Cargill-Werks, war gestern für keine Stellungnahme zu erreichen.













