Weniger Verkehrstote und Verletzte
Unfallstatistik 2009 – Positive Entwicklung in Salzgitter und Baddeckenstedt entgegen dem Landestrend
Weniger Tote, weniger Verletzte, weniger Unfälle; in Salzgitter und der Samtgemeinde Baddeckenstedt fallen die Unfallzahlen – gegen den landesweiten Trend.
Wilfried Berg macht einen zufriedenen Eindruck. 2009 war ein gutes Jahr für den Leiter der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel. Wieder gab es weniger Unfälle in seinem Revier, die zweite Saison in Folge. "Die Verkehrssicherheit ist ein Hauptziel der Polizeiarbeit, und wir können sagen, Salzgitter ist noch verkehrssicherer geworden", sagt Berg. 115 000 Arbeitsstunden haben seine Leute vergangenes Jahr in die Sicherheit auf den Straßen investiert, ein Aufwand der offenbar lohnt.
Es bleiben Baustellen: Ein Dauerbrenner ist die Kreuzung Nord-Süd-Straße/Am Pfingstanger in Bad mit 20 Unfällen, dicht gefolgt von der Kreuzung Nord-Süd-Straße/Windmühlenbergstraße, an der es 19 Mal knallte. Weitere Brennpunkte sind die Bosch-Kreuzung in Lebenstedt und der Schnittpunkt Vor dem Dorfe/Museumstraße in Salder. Noch heute will die Verkehrskommission Maßnahmen diskutieren, um diese Punkte ungefährlicher zu machen.
Völlig entschärfen konnten die Verkehrsplaner inzwischen die einst berüchtigte Lichtenberger Kreuzung, wo es nach 20 Karambolagen in 2007 nur noch einen Unfall gab.
Angeführt wird die Statistik der Unfallverursacher weiter von der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen. "Hier tun sich besonders unsere jungen und zornigen Nachwuchspiloten hervor", sagt Bernd Bunzel, bei der Polizeiinspektion Sachbearbeiter für Verkehr, Planung und Sicherheit. "Gut dabei" sind aber auch die über 65-Jährigen. Die meisten Unfälle verursacht nach internen Erhebungen der Polizei allerdings eine ganz andere Gruppe: die 40- bis 50-Jährigen.
Während bei den jungen Autofahrern häufig mangelnde Erfahrung und erhöhte Risikobereitschaft eine Rolle spielen, hat die Polizei bisher keine Erklärung für die Auffälligkeiten bei deren Elterngeneration. Sehr positiv sind dagegen die Zahlen bei den Schulkindern: "Da gibt es in Salzgitter kein Problem", sagt Bunzel. 2009 verunglückten elf Kinder, vier weniger als 2008. Sechs davon waren zu Fuß und fünf mit dem Fahrrad unterwegs. "Wir tun sehr viel bei der Schulwegüberwachung, und unsere Verkehrssicherheitsberater sind in den Schulen und Kindergärten präsent", sagt Bunzel.
Sorgen bereitet Berg die Zunahme bei den Unfällen wegen nicht angepasster Geschwindigkeit. Deren Zahl stieg von 148 auf 181; ein Plus von 22 Prozent. Sie forderten auch 41 Prozent der Unfalltoten. "Mit der Geschwindigkeit erhöht sich die Schwere der Unfälle", sagt Berg.
Die meisten Zusammenstöße gibt es aber nach wie vor bei Abbiege- und Wendemanövern sowie beim Rückwärtsfahren (605), wegen zu kleinem Sicherheitsabstand (313) und Nichtachten der Vorfahrt (215). Hoch ist mit 252 auch weiterhin die Zahl der Wildunfälle, 2008 waren es 263, auch hier sei unangepasste Geschwindigkeit die Hauptursache.
Zum Schluss kommt Salzgitters oberster Polizist noch auf ein ihm wichtiges Thema zu sprechen: Fahrerflucht. Bei jedem fünften Unfall entfernten sich Beteiligte unerlaubt. Zeugen sollten sich deshalb konsequent melden. Flüchtige Fahrer haben eine gute Chance, straffrei auszugehen, sofern sie sich binnen 24 Stunden bei der Polizei melden.













