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14. Februar 2012
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Die dunkle Seite der Globalisierung

Ökumenischer Kreuzweg von St.-Johannes-Kirche zum Bundesamt für Strahlenschutz bis zu St. Michael

Von Udo Starke

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LEBENSTEDT. Das Bistum Hildesheim ruft an fünf Sonntagen zu einem ökumenischen Kreuzweg auf (die SZ berichtete). Dieser führt vom Asselager II bei Remlingen im Landkreis Wolfenbüttel zu Schacht Konrad in Salzgitter.

Treffpunkt der vierten Station war gestern an der Lebenstedter Kirche St. Johannes, ehe es über das Bundesamt für Strahlenschutz bis zur Kirchengemeinde St. Michael ging. Dort fand mit Misereor-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer vom Katholischen Hilfswerk eine Andacht statt. Der geplante Redebeitrag des SPD-Parteichefs Sigmar Gabriel wurde aus Termingründen kurzfristig abgesagt.

Rund 100 Teilnehmer zogen mit dem drei Meter langen Kreuz vorweg zum jeweiligen Etappenziel. Vor dem Strahlenschutzamt sprach Ansgar Holzknecht, Umweltbeauftragter des Bistums Hildesheim. "In St. Johannes haben wir die Ortstafel von Arlit im Niger an das Kreuz geheftet", sagte er und betonte, dass unter dem Wüstensand des Ortes das drittgrößte Uranvorkommen der Welt lagere. In den Kratern kratzen rund 3000 Minenarbeiter radioaktives Erz aus der Sahel-Wüste. Allerdings, so Holzknecht, nicht für Südafrika, sondern für Frankreich, Deutschland, Kanada und Japan.

Bei den Menschen treten Hautausschläge, Leukämie, Erkrankungen von Nieren und Lungen auf. "Das sei ein Schulbeispiel globaler Ressourcenteilung und gleichzeitig die dunkle Seite der Globalisierung", führte er aus. Dies sei auch die traurige Geschichte der Kernbrennstoffe aus entlegenen Weltteilen, die in der Asse ihr desaströses vorläufiges Ende gefunden hätten.

"Das Gemeinwohl der Welt steht als Frage vor uns, und die politischen Verantwortlichen müssen sich neu aufstellen", forderte Sayer. "Wie wird die Schlüsselfrage der Menschheit – der Klimawandel – gelöst?", fragte er im Gotteshaus. Man müsse dem Klimawandel beikommen. Aber nicht so, dass die großen Nationen für ihren eigenen Vorteil scharren, meinte Sayer. "Wir müssen den Mächtigen klarmachen, worunter die Menschen jetzt und heute leiden", ergänzte er.

Die letzte Etappe führt am 21. März von der Josephs-Kirche in Lebenstedt zum Schacht Konrad.

Montag, 15.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11922411/menuid/2163
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