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14. Februar 2012
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Versuchter Mord nach Streit in Disko

Lengeder führt Auseinandersetzung eines Salzgitteraners zu Ende und riskiert eine hohe Gefängnisstrafe

Von Katharina Vössing

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Ein Lengeder und ein Salzgitteraner stehen unter anderem wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Hildesheim. Sie und die sechs Zeugen ließen gestern, am ersten von drei Verhandlungstagen, viele Fragen offen.

Sie sind geständig, aber sie widersprechen sich. Auf der Anklagebank sitzen zwei Männer, die sich vor der Nacht, in der sie sich des versuchten Mordes schuldig machten, nicht kannten.

Vor dem Schöffengericht schildert der eine, ein 22 Jahre alter Salzgitteraner, lebhaft seine Version des Geschehens, gestikuliert und verwendet die Worte "Herr Richter" inflationär. Der andere wird im Laufe seiner Aussage immer leiser, stammelt, reibt sich die Augen und hält sich an einem blauen Kugelschreiber fest. Der 20 Jahre alte Lengeder scheint zu wissen, was er zu verlieren hat. Richter Volker Heckemüller macht ihm klar: "Sie können lügen, dass sich die Balken biegen. Aber wenn sie keine gesiebte Luft atmen wollen, sagen sie besser die Wahrheit." Mit seiner Schreckschusspistole soll der Lengeder am 10. Mai 2009 um drei Uhr nachts an der Kreuzung Barbecker Straße und Krugstraße in Broistedt aus dem Auto in Richtung eines heute 28-jährigen Engelnstedters geschossen haben. Dieser warf sich mit einem Freund, der bei ihm auf der Straße war, zu Boden. Nachdem er wieder aufgestanden war, soll er auf das Auto des Angeklagten zugelaufen sein. Es fuhr auf ihn zu und erfasste ihn. Der Engelnstedter zog sich mehrere Rippenbrüche und eine Schädelprellung zu. Er musste vier Wochen ins Krankenhaus und war fünfeinhalb Wochen arbeitsunfähig.

Ob der Lengeder bewusst auf das Opfer zusteuerte oder nicht mehr ausweichen konnte, wurde durch die Zeugenaussagen nicht deutlich – sie widersprachen sich. Fest steht, dass der Lengeder den Tatort verließ, ohne nach dem Geschädigten zu sehen – um, wie geplant, Essen zu gehen. Es war der Freund des Opfers, der den Krankenwagen rief.

Vorangegangen waren dem Vorfall ein Streit und eine Schlägerei zwischen dem Salzgitteraner und dem Engelnstedter nach einer Feier in der Diskothek Mine. Der Salzgitteraner wurde danach von dem Lengeder im Auto mitgenommen. Das Brisante: Der Lengeder, der das Opfer später anfuhr, war in den Streit nicht verwickelt, auch den Salzgitteraner hatte er nur mitgenommen, weil er dachte, er sei ein Kollege.

"Das klingt wie ein Roadmovie. Sie müssen unter Drogen gestanden haben, sonst kann ich mir die Tat nicht erklären", sagte Staatsanwalt Jan Hauke Förtsch zum Lengeder. Doch der beteuert, nüchtern gewesen zu sein. Seine Droge scheinen die anfeuernden Worte des Salzgitteraners gewesen zu sein: "Wenn du Eier in der Hose hast, schießt du" und "Halt drauf, halt drauf", als das Opfer vor dem Auto stand. Ein Freund sagte aus, dass der Lengeder nicht aggressiv, jedoch leicht reizbar sei. Eine Eigenschaft, die ihm zum Verhängnis werden könnte – an den nächsten Prozesstagen.

Donnerstag, 18.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11936822/menuid/2163
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