"Wir wollen eine Million investieren, aber das will die Stadt nicht"
Jens Hasselberg will seine Klinik erweitern, bekommt aber kein Grundstück
ENGELNSTEDT. Jens Hasselberg will mehr Platz. "Ich brauche mehr Parkplätze, und ich brauche mehr Praxisfläche", sagt der Zahnarzt und Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, der gemeinsam mit Zahnärztin Sandra-Nicole Tost im Gewerbegebiet Peiner Straße eine Praxis-Klinik betreibt. Doch die Stadt will ihm die angrenzende Fläche nicht verkaufen.
Hasselberg ist offenbar selbst ein wenig überrascht vom Erfolg seiner Klinik, die unspektakulär neben Autohäusern und Elektromarkt an der Peiner Straße gelegen ist. "Es brummt", sagt er. Demnächst könne er seinen 5000. Patienten begrüßen. "Wir wollen noch mal eine Million investieren, aber das will die Stadt nicht", sagt Hasselberg verärgert.
Auf sein Grundstück will er ein Verwaltungsgebäude bauen, in dem er auch selbst wohnen möchte "um die Präsenz vor Ort zu gewährleisten". Auf der derzeit noch brusthoch bewachsenen Fläche neben seiner Klinik will er Parkplätze bauen. Doch die städtische Wirtschafts- und Innovationsförderung (Wis), die für die Vermarktung des Gewerbegebiets zuständig ist, verlange von ihm einen "genehmigungsfähigen Bauantrag", um über den Grundstücksverkauf zu entscheiden, sagt Hasselberg. "Doch solch einen Bauantrag kriege ich nur, wenn ich einen Architekten beauftrage. Das kostet 30 000 bis 40 000 Euro, verschenktes Geld."
",Genehmigungsfähig soll heißen ,aussagefähig", sagt Wis-Geschäftsführer Thomas Wetzel auf SZ-Anfrage. "Ich brauche mehr, als ein auf der Karte eingezeichnetes Rechteck." Denn nach der Planung muss die Wis entscheiden, ob die Praxiserweiterung ausreicht, um den Grundstücksverkauf zu rechtfertigen. Schließlich handele es sich hier um subventioniertes Gewerbeland, so Wetzel. Der Rat der Stadt habe beschlossen, dass Grundstücke nur verkauft werden dürfen, wenn sie innerhalb Jahresfrist bebaut werden.
"Das jetzt geplante Verwaltungsgebäude rechtfertigt keinen Flächenbedarf", sagt Wetzel. "Und für Parkplätze darf ich das Grundstück nicht verkaufen." Im Klartext: Wenn sich Hasselberg nicht dramatisch vergrößert, bekommt er auch die Nachbarparzelle nicht.
Für neue Parkplätze habe er auf seinem jetzigen Grundstück ohnehin noch genug Platz, sagt Wetzel. "Von 5000 Quadratmetern sind nur 300 bebaut."













