Helfer brauchen Hilfe
Kliniken werden zusammengelegt – Besuchsdienst der Grünen Damen und Herren personell überfordert
Wenn im November beide Häuser des Klinikums an der Kattowitzer Straße unter ein Dach kommen, wird in Lebenstedt etwa ein Drittel mehr Patienten versorgt als zurzeit. Der Neubau löst manche Probleme, bringt aber Kunigunde Lebek ins Grübeln.
Lebek ist Leiterin des Besuchsdienstes der Grünen Damen und Herren vom Malteser Hilfsdienst. Was ihr zu denken gibt: Wenn die Betten des Standorts Salzgitter-Bad erst einmal im Norden stehen, werden im Neubau bis zu 360 Patienten statt bisher etwa 250 versorgt. Dann wird der Besuchsdienst, der nur im Norden aktiv ist, personell überfordert sein. Weitere Helfer, die sich ehrenamtlich engagieren, werden deshalb dringend gesucht.
Wenn die Grünen Damen und Herren ins Klinikum kommen, bringen sie Zeit mit. Zeit zum Reden, Zeit zum Zuhören – prägende Elemente des Dienstes. Dieses "größte Geschenk" (Lebek) bringen zurzeit 30 Frauen und zwei Männer. "30, ja, das klingt erst einmal erfreulich", sagt Lebek, "aber wir erreichen unser Ziel immer noch nicht, jede Station zweimal in der Woche mit drei Leuten zu besuchen."
Urlaub, Krankheit, persönliche Gründe: Die ganze Mannschaft ist eben nicht immer an Bord. "Wenn wir in einer Woche mal mit 20 Leuten unterwegs sind, bin ich schon froh", sagt Lebek, Stadtbeauftragte der Malteser. Dass die Arbeit weitergehen soll, auch im Neubau, ist keine Frage. Aber es wird schwieriger.
Wie wichtig der ehrenamtliche Besuchsdienst ist, unterstreicht Ronald Gudath, Geschäftsführer des Klinikums. Er bezeichnet das freiwillige soziale Engagement der Grünen Damen und Herren als "wertvolle Ergänzung zu unserem hauptberuflichen Krankenhauspersonal". Kunigunde Lebek ergänzt: "Eine Schwester sagte mir neulich: Wenn die Patienten sich aussprechen können und ihnen jemand zuhört, geht es ihnen gleich besser."
"Es gibt viele Kranke, die keine Angehörige haben, und andere, die aus unterschiedlichen Gründen wenig oder gar keinen Besuch bekommen. Zum Beispiel, weil auch die Nachbarn schon älter sind", sagt Lebek. Der Besuchsdienst kümmert sich um Patienten in enger Absprache mit dem Personal. Und gefragt sind sie, die "Grünen": "Manchmal gehen wir einfach nur durch die Zimmer und fragen, ob es Wünsche gibt. Und meistens kommt man dann nicht sehr weit", berichtet Lebek aus der Praxis.
Zuhören ist viel, aber noch längst nicht alles: Für die Patienten werden Besorgungen gemacht, auch gemeinsame Spaziergänge werden unternommen. "Jeder von uns hat seine festen Zeiten, keiner wird überfordert, und es gibt regelmäßige Treffen, bei denen wir uns untereinander aussprechen können. Niemand bleibt allein", sagt Lebek. Und: "Wenn jemand einen halben Tag oder drei Stunden pro Woche opfern könnte, wäre das optimal."
FAKTEN:
Den Besuchsdienst der Grünen Damen und Herren gibt es seit 16 Jahren.
Ehrenamtlichen Dienst versehen zurzeit 30 Frauen und 2 Männer.
Sie treffen sich nicht nur einmal pro Monat zum Erfahrungsaustausch, sondern unternehmen auch einmal im Jahr gemeinsame Fahrten, zum Beispiel mehrtägige Städtereisen.
Kontakt: Kunigunde Lebek,
0 53 41/94 19 07 oder Heike Karger
(Klinikum),
0 53 41/835 12 74.













