Bebauungsplan beschlossen, erstes Grundstück schon verkauft
Industriegebiet Beddingen kann nach jahrelanger Rechtsunsicherheit vermarktet werden
Die Beschlussvorlage zum Bebauungsplan kommt wie ein Buch daher: 56 bedruckte Din-A4-Seiten, 321 Gramm schwer. "Das war einer meiner schwierigsten Pläne überhaupt", sagt Bernd Waldmann, Leiter des städtischen Fachdienstes Stadtplanung, Umwelt und Baurecht.
Salzgitters Oberbürgermeister greift zu Superlativen, wenn er die Arbeit an dem Bebauungsplan für das Industriegebiet Beddingen beschreibt: "Das ist ein Meisterstück von Herrn Waldmann gewesen." Er habe sich für die Vorlage in allen Gremien einstimmige Voten geholt.
Diese Euphorie verwundert wenig – schließlich musste Waldmann einiges geraderücken, was in der Vergangenheit mächtig schief gelaufen war. Nachdem der alte Bebauungsplan für das 75 Hektar große Gebiet neben dem Güterverkehrszentrum aus Lärmschutz-Gründen nicht mehr haltbar war und aufgehoben werden musste (wir berichteten), hatte ein Schallschutz-Gutachten ergeben, dass Nachtarbeit hier unmöglich ist. "Die Vision eines dreischichtigen Logistikparks, die Verwaltung und Politik 2003/2004 entwickelt haben, ist nicht zu realisieren", räumte Oberbürgermeister Frank Klingebiel damals ein.
Nun, daran ändert sich auch durch den neuen Bebauungsplan "Bdg 6" nichts. "Es bleibt der Konflikt: die Forderung der Bürger nach weniger Lärm und das Interesse der Industrie, Lärm verursachen zu dürfen", sagt Waldmann. "Wir haben aber eine Lösung gefunden, die beiden Seiten gerecht wird." Der Plan wurde so aus vielen kleinen Teilen zusammengesetzt, dass alte Betriebe Bestandsschutz haben und weiter lärmen dürfen, Neuansiedlungen – allerdings ohne Nachtarbeit – möglich bleiben. Und: "Die Anwohner bekommen nicht mehr Lärm, als sie ohnehin schon gewöhnt sind", so Waldmann.
Das Wichtigste: Der Bebauungsplan sei nun rechtssicher, sagt Rechtsdezernent Rainer Dworog. Die städtische Wirtschafts- und Innovationsförderung Wis kann also bei der Vermarktung der Flächen voll durchstarten. Und das erste Grundstück ist bereits verkauft: Der Landhandel Fromme baut dort ein Getreidezwischenlager.













