Startschuss für die erste Gesamtschule
600 Schüler, Eltern, Lehrer und Gäste bei der Eröffnungsfeier Fünftklässler beziehen ihre Klassenräume
LEBENSTEDT. Die Reden interessierten die 150 Schüler, mit denen Salzgitters erste Gesamtschule (IGS) gestern an den Start ging, herzlich wenig. Dafür das schräge Lehrertheater umso mehr.
Das sind also unsere neuen Lehrer, schienen die Fünftklässler bei ihrer Einschulungsfeier in der Sporthalle Amselstieg zu denken, als sie mit ungläubigen Blicken und mit Handy-Kameras im Anschlag das verrückte Treiben auf der Bühne verfolgten. Denn dort sangen und hüpften bunt kostümierte Pädagogen unter ihnen der kommissarische Jahrgangsleiter Dieter Hanne im Ballerina-Dress und mit knallrotem Lippenstift , bis dem lachenden Publikum die Tränen kamen.
"Damit kann ich nicht konkurrieren", musste dann auch Christa Markert von der Landesschulbehörde anerkennen. Also fasste sie sich kurz: Die hohen Anmeldezahlen hätten den Bedarf, den Elternwunsch sowie die Entscheidung der Stadt, eine Gesamtschule in Salzgitter einzurichten, bestätigt. "Die IGS komplettiert das schulische Angebot der Stadt", sagte Markert.
Das sah auch der Oberbürgermeister so: "Die Gesamtschule dient dazu, die Stadt zukunftsfähig zu machen und ihr Überleben zu sichern", erklärte Frank Klingebiel.
Die Aufbruchstimmung und den Optimismus, mit der die neue Schule an den Start gehe, lobte denn auch Schulleiter Andreas Mainz. "Das Bildungswesen braucht solche Zuversicht", sagte er, als er sich bei den Menschen bedankte, die Salzgitters erste IGS ins Rollen gebracht haben, darunter Politiker, Vertreter der Stadt, Eltern, Lehrer und die IGS-Initiative, die zwei Jahre um das Projekt gekämpft hat.
In gerade einmal sechs Monaten habe die IGS-Planungsgruppe die Schule in diesem Jahr aufgebaut. Nun gelte es, daran weiterzuarbeiten und auch die Eltern ins Boot zu holen, damit sie die Schule mitgestalten. "Die Eltern sollen ihre Kinder begleiten", betonte der Schulleiter. "Das ist ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Schullaufbahn."
Sechs Millionen Euro in vier Jahren stellt die Stadt für die fünfzügige Ganztagsschule bereit, die in die Räume der jahrgangsweise auslaufenden Amselstiegschule zieht (wir berichteten). Die Umbauarbeiten werden über die Jahre fortgesetzt. Die 150 Schüler durften dagegen schon gestern ihre frisch renovierten Klassenräume in Beschlag nehmen.













