Naturschutz ist für ihn "wie eine Sucht"
Dr. Ralf Wassmann veröffentlicht sein viertes Buch, ein Fachbuch über den Vogel Pirol Lieblingskind Heerter See
LEBENSTEDT. "Der Naturschutz liegt mir im Blut. Es ist wie eine Sucht, von der ich nicht mehr loskomme." Dr. Ralf Wassmann war 20 Jahre lang einer der Naturschutzbeauftragten der Stadt Salzgitter und beriet die Fachverwaltung vornehmlich auf dem Gebiet des Artenschutzes. Dies ist er nun nicht mehr.
Doch auch ohne diese ehrenamtliche Tätigkeit ist der ruhige und bescheidene Oberstudienrat des Gymnasiums Fredenberg auch weiterhin ununterbrochen für den Naturschutz unterwegs.
Viel Zeit nimmt natürlich sein "Lieblingskind", der Heerter See, in Anspruch. Dr. Ralf Wassmann ist stolz darauf, dass er nicht nur die Idee hatte, den Heerter See als Europa-Reservat ausweisen zu lassen, sondern auch den Antrag gestellt hat. Er erinnert sich, dass er sich mit seiner Frau Petra Wassmann (Vorsitzende des Nabu Salzgitter) schon 1986 dafür eingesetzt habe, den Heerter See als Naturschutzgebiet auszuweisen.
Fachleute waren begeistert
Mit vielen Helferinnen und Helfern seien anschließend für den Antrag "Europa-Reservat" die notwendigen Daten gesammelt worden. Die Kommission des Internationalen Rates für Vogelschutz habe er selbst eingeladen und auch privat beherbergt.
"Am Heerter See waren die Fachleute dann total begeistert", erzählt er. Schon nach einem Jahr sei die Anerkennung erfolgt. Diese internationale Auszeichnung belege die Bedeutung des Gebiets. Verbunden damit sei allerdings die Verpflichtung, den Heerter See auch wissenschaftlich zu betreuen. Dies erledige ein Mitarbeiterstab von 40 engagierten Leuten so gut, dass das Biotop inzwischen zu den am besten dokumentierten Reservaten Deutschlands zähle.
"Wir versorgen von Salzgitter aus viele interessierte Privatleute, Wissenschaftler und Universitäten mit wichtigen und oft auch neuen Erkenntnissen und Daten", erzählt Wassmann zufrieden und erwähnt auch eine jährliche Führung für Studenten.
Die Arbeit als Naturschutzbeauftragter war für ihn eine Mittlerrolle zwischen Bevölkerung und Behörde. "So habe ich auch gearbeitet." Artenschutz sei für ihn die Verpflichtung, Tiere und Pflanzen vor den Auswüchsen der Zivilisation zu schützen. Deshalb sei ihm immer die Beratung wichtig gewesen. Aber auch in der Pflege von verletzten und hilflosen Tieren sieht er immer noch eine seiner wichtigen Aufgaben. "Bei uns rufen viele Menschen an und bitten um Hilfe für verletzte Tiere."
Als eines der schwierigsten und waghalsigsten Unternehmen schildert er die Bergung von kleinen Turmfalken von der Spitze eines Hochofens in der Hütte, der vor dem Abbruch stand. "Wir sind ohne Absicherung oben herumgeklettert und haben die kleinen Vögel heruntergeholt." Die geretteten Tiere seien dann im Zoologischen Institut der Uni Braunschweig aufgezogen worden. "Einer dieser Turmfalken wurde sogar in einem Dokumentarfilm Fernsehstar", berichtet er schmunzelnd.
Bundespräsident beschützt
Die Rettung eines "Löfflers" aus dem Eis war ein ebenso aufregendes wie kaltes Unterfangen. Wassmann schaffte auch dies, denn so schlank und sportlich, wie er aussieht, ist er auch. Er absolvierte eine harte Ausbildung bei der Bundeswehr und war sogar vorübergehend Personenschützer. Da sorgte er für die Sicherheit des Bundespräsidenten.
Seit vielen Jahren frönt er einer weiteren Leidenschaft, die natürlich auch etwas mit dem Naturschutz zu tun hat: Er schreibt Bücher und verfasst Beiträge für Fachzeitschriften. Drei Fachbücher, darunter eine ornithologisches Taschenlexikon, hat Wassmann bereits veröffentlich. In diesem Jahr gibt der Naturschützer ein Fachbuch über den Vogel Pirol heraus.













