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06. September 2010
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"Wir bekommen keine müde Mark"

Cyanide in Beddingen: Verwaltungsausschuss beauftragt Ingenieurbüros mit der Sanierungsplanung

Von Ingo Kugenbuch

BEDDINGEN. Die Lage ist vertrackt: Laut Udo Vespermann vom städtischen Tiefbauamt ist der Lieferant der Schlacken, die seit Jahren das Grundwasser in Beddingen vergiften, bekannt. Allein: "Es existieren keine Lieferscheine mehr – wir können nichts beweisen", so Vespermann gestern in der Sitzung des Umweltausschusses.

Damit wird die Stadt wohl auf den Sanierungskosten sitzenbleiben. "Wir werden nicht eine müde Mark bekommen", ist sich der Ausschussvorsitzende Hartmut Leopold (CDU) sicher. Und Fritz Arlt (SPD) zeichnet ein besonders düsteres Zukunftsszenario: "Die drei Millionen Euro sind erst der Anfang. Es soll keiner glauben, dass wir damit zurechtkommen."

Drei Millionen Euro wird es nach den derzeitigen Planungen kosten, den Damm der Industriestraße Nord wasserdicht abzudecken. Das soll garantieren, dass auf Jahrzehnte keine Cyanide (siehe Infokasten) mehr aus den dort verbauten giftigen Stahlwerksschlacken durch Regenwasser ausgespült werden. Laut Michael Buntfusz vom Umweltamt hat der Verwaltungsausschuss jetzt eine Bietergemeinschaft aus den Ingenieurbüros "geo-log" und IWB beauftragt, einen Sanierungsplan zu erarbeiten. "Ende September/Anfang Oktober", so Vespermann, "soll der Plan vorliegen." Dann könne die Abdeckung ausgeschrieben werden.

Zwischenzeitlich sei festgestellt worden, heißt es zudem in einer Mitteilungsvorlage des Umweltamtes, "dass auch der östliche Damm der Industriestraße Nord über die A 39 und der Damm der K 14 über die A 39 aus gleichartigen Schlacken (...) aufgebaut sind". Diese Bereiche sollen sofort nach der Abdeckung des Dammes südlich von Beddingen saniert werden. Leopold: "Wir wollen hoffen, dass die Kosten dafür nicht ins Unermessliche steigen."

An zwei Stellen der Industriestraße musste sofort gehandelt werden, weil giftiges Sickerwasser ausgetreten war:

An der Abfahrt der Industriestraße Nord auf die K 12 in Richtung Sauingen wurde die Austrittsquelle des Sickerwassers inzwischen identifiziert und die betroffene Rohrleitung repariert.

Im Bereich der Überführung der Industriestraße über die A 39 wird das Sickerwasser in Tanks gesammelt, regelmäßig abgepumpt und zur Kläranlage transportiert.

Donnerstag, 11.09.2003
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/2003145/menuid/2163
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