Straßenabdichtung soll fast 7 Millionen Euro kosten
Cyanide im Beddinger Grundwasser: Sanierung mehr als doppelt so teuer wie ursprünglich geplant
BEDDINGEN. Fast 7 Millionen Euro wird die Abdichtung des Dammes der Industriestraße Nord in Beddingen kosten. Eine spezielle Folie soll verhindern, dass Regenwasser weiterhin versickert und Cyanide aus dem aus Stahlwerksschlacken aufgebauten Untergrund der Straße ins Beddinger Grundwasser spült. Ursprünglich waren die Ingenieure von Kosten in Höhe von 3 Millionen Euro für das Projekt ausgegangen.
Torsten Ruhe vom Ingenieurbüro "iwb" rechnete in der jüngsten Sitzung des städtischen Umwelt- und Planungsausschusses vor, wie diese stattliche Summe zusammenkommt:
150000 Euro für den notwendigen Kauf von Grundstücken rund um die Straße,
4,62 Millionen Euro für die Bauarbeiten, darunter 2 Millionen Euro für die Kunststoffabdeckung,
280000 Euro für so genannte Ersatzmaßnahmen, die der Naturschutz vorschreibt und
735000 Euro für diverse Ingenieurleistungen.
Einschließlich Mehrwertsteuer ergibt das 6,7 Millionen Euro. Ruhe: "Die Baumaßnahme wird sich aber über mehrere Jahre hinziehen." Dadurch könne auch die Finanzierung gestreckt werden.
Wie der Gutachter Axel Oppermann vom Braunschweiger Ingenieurbüro "geo-log" ("Wir reden hier im Prinzip von einer abgedichteten Deponie.") erläuterte, wird es auch nach der Austrocknung des Straßendammes noch Jahre dauern, bis kein Gift mehr ins Beddinger Grundwasser fließt: Etwa ein Jahr benötige das kontaminierte Wasser für seinen Weg durch die Schlacke, dann fließe es noch einmal ein bis zwei Jahre unter dem Damm hindurch. Oppermann: "Ehe wir die ersten Auswirkungen der Schadstoffreduzierung sehen, werden etwa eineinhalb Jahre vergehen."
Einen Vorteil hat die ganze Sache für die Beddinger immerhin: Weil die Asphaltdecke auch als Abdichtung der Schlacken wirkt, muss die Industriestraße immer erstklassig in Schuss gehalten werden.













