Brandschutt und Müll verschwinden
Fachdienst Umwelt der Stadt räumt mit Kooperationspartnern Gelände der Zuckerfabrik Groß Mahner
GROSS MAHNER. Die riesige Schutt- und Abfallhalde, die nach dem Feuer in der Zuckerfabrik Groß Mahner Anfang August 2004 übrig geblieben ist, wird seit einigen Tagen abgeräumt.
Dies geschieht in einer koordinierten Aktion städtischer Fachdienste. Innerhalb von sechs Wochen werden mindestens 10 000 Tonnen Bauschutt, 4000 Tonnen alte Schuhe und ein unbekannte Menge eventuell weiterer Abfälle, die noch unter dem Bauschutt vermutet werden, entsorgt.
Die Stadt hat eine halbe Million Euro bereitgestellt, um ihre Pflicht zur Gefahrenabwehr zu erfüllen. Was aber die Arbeiten am Ende kosten werden, ist ebenso ungewiss wie die Frage, ob die Stadt das Geld jemals wieder bekommen wird. Der Besitzer ist nach wie vor unerreichbar. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", weicht Michael Buntfusz vom Fachdienst Umwelt (früher Umweltamt) einer entsprechenden Frage während einer Baubesprechung vor Ort in Groß Mahner aus. Außerdem wisse niemand, welche Überraschungen noch unter dem Bauschutt lägen. "Wir müssen uns langsam vorarbeiten", sagt Torsten Wiegleb (Fachdienst Umwelt) und lässt offen, ob das veranschlagte Geld tatsächlich reichen werde.
"Wir haben aber die kostengünstigste Lösung gesucht", berichtet der Leiter des Städtischen Regiebetriebes (SRB), Dietrich Leptien. Genutzt werden eigene städtische Kapazitäten. So erfolgen Abriss, Abtransport und Entsorgung der Überreste der ehemaligen Zuckerfabrik in Kooperation von Fachdienst Umwelt und SRB.
Der Fachdienst Umwelt hatte wie vorgeschrieben die Abriss- und Abräumarbeiten ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt die Firma Freimuth aus Cuxhaven. Sie hat bereits den Schornstein zurückgebaut und auch die Zuckerfabrik Baddeckenstedt abgerissen.
Außerdem wurde das Ingenieurbüro "geo-log" aus Braunschweig mit der Überwachung der schon vor Ort notwendigen Trennung von belastetem und unbelastetem Material beauftragt.
Als zweiter wichtiger Partner ist der SRB eingestiegen. Leptien: "Wir stellen die Logistik." Die Abfuhr der alten Schuhe zur Deponie Diebesstieg habe bereits begonnen.
Schließlich ist das Entsorgungszentrum Salzgitter (EZS) der dritte Partner, der nicht nur den Müll abnimmt, sondern auch den Bauschutt, der vor Ort in Groß Mahner gebrochen und vom Regiebetrieb abgefahren wird.
"Dieser Bauschutt wird auf der Deponie als Rekultivierungsmaterial genutzt", erläutert Leptien. Darüber freuen sich die Kooperationspartner vom Fachdienst Umwelt: "Dadurch konnten wir die Kosten erheblich senken", bestätigen sie.
Mit diesem kostenintensiven Arbeitseinsatz beseitigt die Stadt nun endgültig das durch das Feuer zerstörte Zuckerfabrikgebäude mit dem ehemaligen Schornstein, der allerdings schon gleich nach dem Brand abgerissen worden war.
Der Abtransport der alten Schuhe hat bereits begonnen. "Wir reißen aber nur das ab, was aus Sicherheitsgründen verschwinden muss", dämpfen die Verantwortlichen zu große Erwartungen auf ein aufgeräumtes Gelände.













