Spender ist Melanies letzte Chance
Junge Frau aus Salzgitter-Bad leidet an Leukämie und sucht Stammzellenspender Typisierung im März
SALZGITTER-BAD. Melanie Jahnke ist 22 Jahre alt. Sie ist eine bildhübsche junge Frau, reitet für ihr Leben gern und wohnt gemeinsam mit ihren Eltern und ihrem Bruder in Salzgitter-Bad. Eine heile Welt, aber nur scheinbar: Melanie ist schwer krank.
Im November des Jahres 2004 kommt die Diagnose: Akute myeloische Leukämie (AML), eine Form des Blutkrebses, und das im fortgeschrittenen Stadium. Von nun an verändert sich Melanies Leben schlagartig. "Mein erster Gedanke war, meine Haare fallen aus", erzählt sie "und dann ist für mich eine Welt zusammen gebrochen." Es folgen zahllose Krankenhausaufenthalte. Zwei schwere Lungenentzündungen verkomplizieren die Situation zusätzlich.
"Es war die Hölle"
Melanie wird ins künstliche Koma versetzt, muss beatmet werden. Dann geht die Chemotherapie los - insgesamt vier Blöcke. "Es war die Hölle", sagt die gelernte Industriekauffrau. Melanies traumhafte braune Lockenmähne beginnt sich langsam zu verabschieden, der Körper ist geschwächt. "Die Chemo tötet ja nicht nur die Krebszellen, auch gesunde Zellen werden angegriffen", erklärt Mutter Annette. Zwischenzeitlich ist ihre Tochter komplett tumorfrei, ihr werden eigene Stammzellen entnommen, die ihr nach Ab-schluss der Therapie erfolgreich wieder eingepflanzt werden. "Damit hatte sie eine gute Prognose, sie war zwar nicht gesund, aber immerhin leukämiefrei", sagt Annette Jahnke, "es schien bergauf zu gehen".
Letzte Woche dann der Schock: Die Leukämie ist wieder ausgebrochen. Ab Montag geht also die ganze Prozedur von vorne los: Chemo, Isolierstation, endloses Warten. Diesmal können Melanie nicht wieder ihre eigenen Stammzellen transplantiert werden, die Rückfallgefahr ist zu groß. Die Chemotherapie hilft aber auch nicht auf Dauer. "Ihre letzte Chance ist ein Fremdspender", sagt Mutter Annette. Die Krankheit könne sehr schnell verlaufen und innerhalb von Wochen oder Monaten zum Tod führen. Es müsse daher so schnell wie möglich ein genetischer Zwilling gefunden werden und das sei, wie eine Nadel im Heuhaufen zu suchen. "Ich werde aber kämpfen, denn ich habe noch so viel vor im Leben", sagt Melanie entschlossen, "ich bin unendlich dankbar für jede Hilfe". Eltern und Freunde hätten ihr ganz viel Kraft gegeben. Die junge Frau sagt von sich, dass sie erst jetzt die Normalität im Leben zu schätzen weiß. "Ich will einfach wieder all das essen, wozu ich gerade Lust habe." Ihr Sommertraum: Mit ihrem Pferd Caprilli am Strand reiten.
Knebel ist Schirmherr
Eine Stammzellenspende birgt keinerlei Risiken, ist nicht schmerzhaft und dauert zwei bis drei Stunden. Um erstmal herauszufinden, ob man überhaupt als Stammzellenspender infrage kommt, muss man sich typisieren lassen. Am 9. März finden unter Schirmherrschaft von Helmut Knebel und in Kooperation zwischen dem Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR) und dem Fachdienst Gesundheit der Stadt Typisierungsaktionen statt (siehe Infokasten).













