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12. Februar 2012
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Einer von hundert rettet ein Leben

Enorme Beteiligung an Typisierungsaktion für leukämiekranke Melanie Jahnke in Heerte

Von Josef Jassan

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HEERTE. Mehr als tausend Mitbürger wollten am Samstag der leukämiekranken Melanie Jahnke aus Salzgitter-Bad helfen. Sie kamen zur Typisierung in den Heerter Kindergarten, um ihr Blut für die dringend benötigte Stammzellenspende untersuchen zu lassen.

Weil aus Alters- oder gesundheitlichen Gründen nicht alle Frauen und Männer dafür geeignet waren, steckten am Ende der fünfstündigen Aktion 941 Blutproben in den Behältern der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Darüber hinaus spendeten die Einwohner 7610 Euro für die Laborkosten. Das reicht für mehr als 150 Einzeltests.

"Mit einem solchen Erfolg hat keiner von uns gerechnet", zeigte sich Organisator Axel Kommander erfreut und dankbar gleichermaßen. 35 freiwillige Helferinnen und Helfer bewältigten den Ansturm der Bevölkerung bei der Registrierung und der anschließenden Blutentnahme.

Weitere Ehrenamtliche betreuten die Geldspendensammlung und verteilten gesponserte Verpflegung. Für die ärztliche Aufsicht hatte sich Dr. Winfried Hippe zur Verfügung gestellt. Kommander: "Alles hat perfekt funktioniert."

So habe die Typisierung pro Person im Schnitt lediglich sieben Minuten gedauert – vier Minuten für die Befragung und weitere drei für die Blutentnahme. Wartezeiten gab es kaum, fast alle Räume der Kindertagesstätte wurden genutzt.

DKMS-Mitarbeiterin Ingrid Seipold lobte sowohl diese private Initiative als auch die überaus rege Beteiligung der Einwohnerschaft. Gegenüber der SZ wies sie erneut auf die Ungefährlichkeit einer Knochenmarkspende hin: "Viele Menschen befürchten, dass es hierbei um eine Rückenmarkentnahme geht. Dies ist keinesfalls so." Vielmehr werde das Knochenmark in einem harmlosen Eingriff aus dem Beckenkamm gewonnen. Dies sei allerdings nur bei etwa 20 Prozent aller Fälle erforderlich. Der weitaus größte Teil der Stammzellenspenden (80 Prozent) bestehe in einem etwa vierstündigen ambulanten Blutentnahmeprozess.

Bevor überhaupt eine dieser beiden Möglichkeiten angewandt werden kann, bedarf es noch weiterer Untersuchungen. Seipold: "Im ersten Labortest werden vier von sechs Gewebemerkmalen ermittelt. Stimmen die mit dem Gewebe der Leukämiepatientin überein, melden wir uns bei der Spenderin oder bei dem Spender." Dann würden die weiteren Werte ermittelt. All das kostet die betreffende Person nichts.

Mit gut 1,3 Millionen registrierten Spendern ist die DKMS aus Tübingen die weltweit größte Stammzellspenderdatei. "Statistisch rettet einer von hundert ein Menschenleben", sagt die Mitarbeiterin zur Erfolgsquote, "und es tut gar nicht weh".

Das sieht Jessica Bodenberger ebenso. Die Badenserin ist mit Melanie Jahnke befreundet, und hat ihre anfängliche Angst vor der Typisierung überwunden: "Sie hat bestimmt mehr Schmerzen als ich."

Montag, 06.02.2006
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/5031737/menuid/2163
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