Musik-Marathon für Melanie
Benefizkonzert in der Kulturscheune: Vier Bands und ein volles Haus rocken für die krebskranke Salzgitteranerin
LEBENSTEDT. Was für ein Ereignis: Vier der bekanntesten Bands Salzgitters treffen am Samstagabend in der Kulturscheune zusammen, die Karten für das Konzert sind schon Tage zuvor vergriffen.
Der Anlass für dieses Aufgebot an musikalischen Größen ist jedoch ein trauriger: Melanie Jahnke hat noch immer keinen Stammzellenspender gefunden. Für die krebskranke Salzgitteranerin bedeutet das weiterhin einen Wettlauf gegen die Zeit.
Um Melanie bei der Suche nach einem "genetischen Zwilling" zu helfen, rockten die vier Salzgitteraner Bands Don't beat Bubu, Good & Dry, Spieltrieb und Nullbock im Rahmen eines vom Fachdienst Kultur organisierten Benefizkonzertes für den guten Zweck das eingenommene Geld kommt dem Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellspender Register (NKR) zugute und soll weitere Typisierungen finanzieren.
Dass das eine großartige Mischung ist, versteht sich von selbst "die 500 Karten sind schon seit vergangenem Mittwoch ausverkauft", schwärmt Ralli Lewitzki. Seitdem liefen die Telefone heiß, und der Anrufbeantworter quelle über mit Anfragen nach Karten, so der Organisator. "Hätten wir das gewusst, hätten wir gleich zwei Veranstaltungen draus gemacht."
Gelohnt hätte es sich allemal, die Stimmung war einfach bombastisch. Salzgitter war in all seinen Facetten vertreten vom hart gesottenen Punk in Nieten besetzter Lederjacke bis hin zum konservativ anmutenden, klein karierten Hemdträger. "Hier hält eine Stadt zusammen", sagte Adri von Nullbock später richtig.
Eingeheizt und aufgekocht: bombastische Stimmung
Die Aufwärmphase des musikalischen Marathons wurde aber von ganz anderen gestaltet. Bei Good & Dry ging es noch etwas sanfter zu als später am Abend mit Spieltrieb und Nullbock. Mit Titeln wie "Roadhouse Blues" oder "Sweet Home Alabama" heizten die sechs Musiker die Stimmung aber schon einmal ordentlich vor. Bei Don't beat Bubu im Anschluss kochte die Kulturscheune dann richtig über. Sprach Good & Dry mit ihrem Blues-Rock eher die älteren Jahrgänge an, wurde Don't beat Bubu auch von der jüngeren Generation gefeiert. Zum Verwechseln ähnlich sind die Coverversionen der vierköpfigen Band den Originalen aus den aktuellen Charts.
Nicht nur beim Juli-Cover schwamm das gesamte Publikum auf der "perfekten Welle" mit. Bei den etwas härteren Titeln von "Greenday" und "The Rasmus" hielt dann auch Ralli Lewitzki nichts mehr in den Zuschauerreihen. Spontan unterstütze er die Band bei zwei Liedern am Schlagzeug.
Richtig hart wurde es dann aber erst mit Spieltrieb. Die Jungs rockten mit ihrem New-Metal die Kulturscheune bis sich die dunklen Balken bogen. Dass das vielen Salzgitteranern dann aber doch ein wenig zu hart war, war offensichtlich: Einige flüchteten unauffällig ins Foyer oder nach Hause.
Die Punks von Nullbock ließen sich davon aber nicht beirren. Sie waren mit einem Cover-Set angerückt, spielten Titel von Bands wie den "Toten Hosen", den "Schröders" oder den "Ärzten" und ließen es zum Abschluss noch einmal richtig krachen. Von Erschöpfung keine Spur in den ersten Reihen wurde jetzt gepogt, gehüpft und mitgegrölt.
Voller Erfolg: Mehr als 5000 Euro gehen an das NKR
So sehr am Samstag aber auch gefeiert wurde, keiner vergaß, welch ernsten Hintergrund all der Spaß hat. Immer wieder warben die Musiker für den T-Shirt- und Aufkleber-Verkauf im Foyer, dessen Erlös, genauso wie der des Getränkeverkaufs, zu 100 Prozent an das NKR geht. "Das einzige T-Shirt, das umsonst weggeht, bekommt Melanie samt Unterschriften der Bandmitglieder", sagte Adri von Nullbock. Organisator Ralli Lewitzki zeigte sich zufrieden: "Die erhoffte Marke von 5000 Euro haben wir allein durch die Eintrittsgelder erreicht, der Rest muss erst noch gezählt werden ein voller Erfolg!"













