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13. Februar 2012
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"Das ist ein Rätsel hier im Dorf"

Seit Anfang Mai sind in Heere 22 Katzen spurlos verschwunden – Bewohner liegen nachts auf der Lauer

Von Frank Joung

HEERE. Die Katzenbesitzer sind verzweifelt, die Tierärztin kann es nicht erklären, und auch die Polizei hat keine konkreten Hinweise: In Heere werden seit einigen Wochen 22 Katzen vermisst.

Petra Ahrens ist außer sich. Sie selbst hat vier Katzen regelmäßig auf ihrem Grundstück gefüttert. Von ihnen fehlt jetzt jede Spur. Auch die Nachbarn und andere Bewohner in Groß und Klein Heere vermissen ihre Katzen.

Petra Ahrens glaubt, dass Tierfänger unterwegs sind. "Wir sind nachts mehrmals von Katzenjammer wach geworden. Die haben richtig geschrien." Zwischen 2 und 4 Uhr sei das gewesen. Seitdem liegen sie und ihr Mann nachts auf der Lauer. "Wir wechseln uns ab mit unserer Nachbarin, ihrem Sohn und Schwiegersohn." Der Nachbarin fehlt auch eine Katze. Ihren Kater Jerry holt sie abends lieber ins Haus.

"Wir haben nachts auch schon beobachtet, wie jemand mit einer Taschenlampe vorm Haus geleuchtet hat, sagt Petra Ahrens. "Und bei unserer Nachbarin stand um vier morgens jemand im Garten." Doch bislang sei es ihnen nicht gelungen, die vermeintlichen Tierfänger zu erwischen.

Wie die Betroffenen tappt auch die Polizei trotz dieser Hinweise im Dunkeln. "Wir haben bislang keine weiteren Erkenntnisse oder verdächtige Hinweise", sagt ein Sprecher der Polizei Baddeckenstedt. Für ihn scheint das im Umkehrschluss zu heißen, dass wahrscheinlich keine Straftat vorliegt, denn er fügt hinzu: "Katzen sind Freiheitstiere, die kann man nicht einsperren. Vielleicht sind die auf freier Suche und dann gehen die auch schon mal rein in die Wälder."

Nur, die Katzenzeit sei im April längst zu Ende, entgegnet Petra Ahrens. Auch das Argument, dass viele Katzen auf der Bundesstraße 6 überfahren werden, lässt sie nicht gelten. Tote Tiere wurden zumindest nicht gefunden.

Auch Otto Tschischka findet das plötzliche Verschwinden merkwürdig. Der Heerer hatte Katzen in seinem Garten gefüttert – fünf bis sechs Jahre lang. Von 10 Tieren fehlen jetzt 9. "Mit einem Mal waren sie alle weg", sagt der 62-Jährige. "Das ist ein Rätsel hier im Dorf."

Tierärztin Andruscha Siebke, die einige der verschwundenen Heerer Katzen behandelt hatte, ist skeptisch – und ratlos. Sie kann sich zwar nur schwer vorstellen, dass Katzendiebe, womöglich aus dem Ausland, die Tiere für Laborversuche oder Pelze einfangen. Der Aufwand wäre zu groß, glaubt sie. Zudem hätten Tierlabore standardisierte Zuchtanlagen, um Krankheiten auszuschließen. "Aber komisch ist es schon."

In anderen Landkreisen gebe es dieses Problem bislang nicht, erfährt sie nach einem Anruf beim Amtstierarzt. Petra Ahrens dagegen hat sich im Internet erkundigt. Dort kursiert das Gerücht, eine organisierte Bande von Tierdieben sei unterwegs. "Ich weiß, dass viele das nicht ernst nehmen und nicht wahrhaben wollen. Aber wir lassen nicht locker und beobachten das weiter." Das Rätsel um die 22 verschwundenen Katzen bleibt vorerst ungelöst.

Mittwoch, 23.05.2007
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/6783318/menuid/2163
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