Ein guter Wein aus Steterburg
Liebfrauenmilch heute im Fernsehen bei TV 38 Band entstand aus nachbarlicher Sonntagsrunde
THIEDE. Liebfrauenmilch? Das ist doch ein deutscher Markenweißwein, ein besonders lieblicher. Richtig. Liebfrauenmilch im Thieder Ortsteil Steterburg hat dieser Name aber längst auch eine andere Bedeutung.
Liebfrauenmilch steht hier für Musik. Für Country, Irish Folk, Balladen und Popsongs. Jitka Kanzer, Erika und Klaus Harenberg, Reiner Adler und Bernd Galetzka sind Liebfrauenmilch. Und nicht nur dies. Sie sind Nachbarn und Freunde, alte Freunde. Alle besuchten sie einst die örtliche Realschule. Alle blieben sie in Steterburg bis heute.
Sonntag für Sonntag, wenn um 19 Uhr die Glocken des Klosters läuten, lässt das Quintett alles andere, was man sonst so an einem Sonntagabend erledigen kann, stehen und liegen. Flöten, Gitarren, Banjo, Handtrommeln und Schelle werden geschultert. Treffpunkt ist der Harenbergsche Probenraum an der Gerhart-Hauptmann-Straße.
"Schwänzen gibts nicht", betont Berd Galetzka, der wie auch Reiner Adler, zumindest, was die Musik angeht, doppelgleisig fährt. Beide, der fröhliche Mann mit dem Teekistenbass und der mit Gitarre und Banjo, sind auch bei einer zweiten, schon fast legendären Steterburger Band unter Vertrag: bei Addis Skiffle Company.
Zurück zum Wein, zurück zu Liebfrauenmilch. Wie kam es zu diesem Namen? "Schuld ist unser alter Kunsterzieher", erzählen die Fünf augenzwinkernd. Er, ebenfalls ein Alteingesessener, sei eines Sonntags eher zufällig zum munter musizierenden Kreis seiner ehemaligen Eleven gestoßen. Statt trockenen Rotweins habe er in seiner Sturm- und Drangzeit nur Liebfrauenmilch oder aber Kröver Nacktarsch genossen, gab Zwietasch zum Besten. Die Lacher waren auf seiner Seite.
Als der Pensionär vor vier Jahren im Schloss Salder seine letzte Einzelausstellung eröffnete, erhielt er ein Ständchen. Das Liebfrauenmilch Orchestra hatte seine Feuertaufe mit Bravour gemeistert. Seither geht es rund. In der Region sind die fünf Steterburger längst bekannt. Im Sommer gibt es kaum noch faule Wochenenden. An diesem Samstag treten sie sogar in Hamburg auf. Das Repertoire füllt inzwischen gut drei Stunden. Im Winter will das gut gelaunte Quintett seine erste CD vollenden. Zeuge der Premiere im Schloss war seinerzeit im Übrigen ein weiterer Steterburger: Filmemacher Hans-Jürgen Gebel, schon damals aktiv für den Regionalsender TV 38. Jetzt haben sich Liebfrauenmilch und der Kameramann erneut zusammengetan. Regie führte Ortsheimatpfleger Hartmut Alder.
Herausgekommen ist ein hübscher Musikfilm mit Bildern aus dem Stadtteil vom Dach eines Hochhauses an der Tonkuhle, von den Ufern derselbigen und dem Thieder Lindenberg. Die Fünf werden den Beitrag sicherlich genießen, ausnahmsweise an einem Samstag (8. September, 18.30 Uhr) und ausnahmsweise vielleicht auch einmal mit einem Schluck Liebfrauenmilch.













