Nazi-Parolen bei EM-Übertragung in Eissporthalle
LEBENSTEDT. "Sieg heil" soll eine Gruppe Fußballfans mit in die Höhe gereckten rechten Armen nach SZ-Informationen bei der Übertragung des EM-Spiels Deutschland gegen Polen in der Eissporthalle gerufen haben. Dazu soll das Deutschland-Lied mit allen drei Strophen gesungen worden sein. Außerdem sei eine SMS auf einem Nebenbildschirm gelaufen. Inhalt: "Seit 20.45 Uhr wird zurückgeschossen".
Die SMS bestätigt Walter Strauß, Geschäftsführer der städtischen Sport- und Freizeit Salzgitter GmbH. "Doof" sei, dass die durchgegangen sei, obwohl diese Kurzmitteilungen überwacht werden. Von "Sieg heil"-Rufen oder anderen Nazi-Parolen wisse er nichts.
"Davon habe ich nichts mitbekommen", sagt auch André Mühl vom Veranstalter Geronimo Events. Stefan Ott, Geronimo Events, räumt ein, die "kleine Gruppe" gesehen und gehört zu haben, wie sie "Sieg heil" gerufen habe. Die SMS indes bestätigen beide, das Singen des Deutschland-Lieds dementieren sie. Mühl und Ott sehen die Vorfälle als nicht dramatisch an. Künftig würden jedoch alle SMS gründlich gelesen, bevor sie auf den Bildschirm kämen. Und auch der Wortfilter werde überarbeitet. Verschärfte Personenkontrollen halten die beiden dagegen nicht für notwendig.
Rechtsradikale Vorfälle seien der Polizei nicht bekannt, sagt Einsatzleiter Frank Eisenberg. Er wisse von zwei SMS. Die Polizei habe die Veranstalter gebeten, die Daten der Schreiber aller entsprechenden SMS an die Polizei weiterzuleiten. rit/mo











