Die Galerie als Hendrix-Tempel
Spektakuläre Ausstellung ist in Gitter noch bis zum 26. November zu sehen Vernissage sehr gut besucht
Jimi Hendrix ist allgegenwärtig in der Galerie am Ritterhof. 76 Siebdrucke des legendären Gitarristen in vielfältigen Variationen und 15 Bilder, die den Kopf des am 21. September 1970 Gestorbenen in immer wieder anderen Farben zeigen, machen die Räume der Galerie in Gitter zu einem Hendrix-Tempel, der bei der Eröffnung des Jimi-Hendrix-Projektes am Samstagabend die Besucher kaum fassen konnte.
Dicht gedrängt standen die Hendrix-Fans und Kunstinteressierten aus der Region von Braunschweig bis Goslar vor den Exponaten, zu denen noch die Fotografien kommen, die Wolfgang Gau im September 1970 beim großen Hendrix-Festival auf der Insel Fehmarn gemacht hat. Und zwischendrin versuchte ein Kamerateam des NDR Aufnahmen von der Vernissage für die Sendung NDR Regional im 3. Programm des Norddeutschen zu machen.
Anderthalb Jahre lang hat der Goslarer Künstler Hajo Schulpius für das Projekt gearbeitet. Er hat die Fotos von Wolfgang Gau, dem es damals gelang, Jimi Hendrix mehrfach frontal aufzunehmen, als Vorlagen für seine Arbeiten verwandt. Dies war nicht einfach, denn die Lichtverhältnisse bei den Fotoaufnahmen vor mehr als 32 Jahren waren nicht immer ideal. Immer wieder hat Schulpius experimentiert und ständig neue Farbvariationen versucht. Das Ergebnis sind Portraitserien mit verschiedenen Körperhaltungen und mehrfach veränderten Hintergründen, die in dieser Komplexität äußerst beeindruckend sind.
Hajo Schulpius hat ausschließlich Unikate ausgestellt, keine Drucke. Aus diesen Vorlagen sollen erst einige ausgewählt werden, die in limitierten Druckauflagen erscheinen sollen. Martin Gremse, ein Gymnasiast und Schüler von Hajo Schulpius aus Goslar, hat den Kopf des Musikers in 15 Farbvariationen verarbeitet. Seine Arbeiten schmücken eine ganze Wand im Ritterhof.
Uwe Stüwert aus Ringelheim eröffnete als Freund des Hauses die Vernissage mit einer Würdigung der Person Jimi Hendrix, der in den sechziger Jahren Massen mit seiner Musik emotionalisierte und motivierte. Millionen Fans lagen ihm in aller Welt zu Füßen, bis er, von Drogen und Tabletten körperlich zerstört, 1970 in London, nur wenige Tage nach dem Festival auf Fehmarn starb, erklärte Stüwert.
Wolfgang Gau schilderte die Entstehung des Projektes, über das die SZ bereits berichtete. Die spektakuläre Ausstellung, ein künstlerisches Protokoll über die 32 Jahre währende geistige Entwicklung einer Idee, ist bis zum 26. November in der Galerie am Ritterhof zu besichtigen. Sie dürfte für Hendrix-Fans und Kunstinteressierte gleichermaßen interessant sein. Der äußerst starke Besuch der Vernissage dürfte schon ein Zeichen für die Neugierde sein, die Wolfgang Gau, Hajo Schulpius und Martin Gremse mit ihrem Projekt Jimi-Hendrix-Projekt geweckt haben.













