Sinnlose Erfindung kostet 799,99 Euro
Lebenstedter verkauft acht Kunden nutzlose Telefonsoftware Apple sperrt Produkt nach heftigen Protesten
LEBENSTEDT. 799,99 Euro soviel Geld wollte der Ingenieur Armin Heinrich für sein Programm "I am rich" haben. Und sorgte damit weltweit für viel Aufregung. Denn das Programm ist völlig sinnlos.
Wer ein i-Phone-Telefon des Herstellers Apple besitzt, konnte sich dafür Heinrichs Erfindung bis vor wenigen Tagen aus dem Internetshop "AppStore" des Unternehmens herunterladen. Für sein Geld bekam er Folgendes: Auf dem Bildschirm seines Handys erschien ein roter Rubin. Und wenn man ein kleines "i" im unteren Teil der Grafik anklickte, bekam man einen Sinnspruch zu lesen. Sonst nichts.
Aber wer den Spruch lesen wollte, der musste zuerst einmal die 799,99 Euro zahlen. Und es gab tatsächlich Kunden, die das Geld gerne investiert haben. "Es gab acht Leute, die das Programm gekauft haben", so Heinrich gegenüber der SZ. Und bestätigt damit einen Bericht der Los Angeles Times. Ja, in der Tat, auch amerikanische Journalisten interessierten sich auf einmal für den Ingenieur aus Lebenstedt. Denn mit seiner Erfindung sorgte Heinrich weltweit für Aufregung.
"Das rote Icon auf deinem iPhone oder iPod erinnert dich (und andere, wenn du es ihnen zeigst) immer daran, dass du reich genug warst, dir das leisten zu können. Es ist ein Kunstwerk mit keinerlei versteckten Funktionen." So stand es in der Produktbeschreibung zu "I am rich". Und während in den Internetforen einige ihrer Bewunderung darüber Ausdruck verleihen, dass Heinrich "aus purer Scheiße Geld" macht, können andere über die teure Abzocke gar nicht lachen. "Ich brauche sofortige Hilfe von Apple. Das ist kein Witz. Ich brauche jemanden bei Apple, der mir mit diesem Betrug hilft", schreibt ein offensichtlich wenig begeisterter Käufer in einem Internetforum.
Er habe "spaßeshalber" das "Kaufen"-Schild angeklickt, schreibt der Nutzer. Nun will er den Kauf rückgängig machen. Im Internet appelliert er verzweifelt: "Kauft diese Software nicht. Apple muss damit anfangen, diese Software und solch lächerlichen Betrug auszufiltern."
Das hat das Unternehmen mittlerweile auch getan. Doch auf die Frage, warum Apple die Software von der Internetseite genommen hat und ob es überhaupt eine Instanz gibt, die überprüft, was auf die Seite kommt, verweist ein Sprecher lediglich auf ein Interview, dass der Konzernchef einer amerikanischen Zeitung gegeben hat. Demnach sei es eine "Ermessensentscheidung" gewesen, "I am rich" aus dem Angebot zu nehmen.
Gegenüber der SZ klärte Heinrich gestern auf: "Es war ein Spaß und sollte ein Denkanstoß sein." Häufig habe er im Internet gelesen, dass über Software geschimpft wurde, die 3,95 Euro kostet, aber noch zu teuer sei. "Da habe ich mir gedacht, biete doch mal etwas an, was richtig teuer ist", so Heinrich. Er sei nicht davon ausgegangen, dass Leute das Programm wirklich kaufen würden.
"Natürlich ist die Software Unsinn. Manche Leute kaufen ein schwarzes Bild mit einem weißen Balken. Status-Symbole sind immer Unsinn", so der 45-jährige Ingenieur. Dass Apple die Anwendung gesperrt hat, findet Heinrich nicht richtig. "Ich habe mich an alle Spielregeln gehalten. In der Beschreibung stand klar und deutlich drin, was man kauft." Trotzdem: Gegenüber der SZ kündigte Heinrich an, dass er enttäuschten Käufern das Geld zurückzahlen werde.











