Eltern wollen eine Gesamtschule
Der Fragebogen der Stadt hat ergeben: Über 57 Prozent würden ihr Kind an einer IGS anmelden
SALZGITTER. Die Eltern der "IGS-Initiative Salzgitter" schöpfen neue Hoffnung. Eine Umfrage der Stadt hat ergeben, dass viele Eltern eine Gesamtschule befürworten. Nun prüft die Verwaltung, ob sie die gesetzlichen Vorgaben für die Einrichtung einer Gesamtschule erfüllen kann.
Im Mai und Juni gingen die Befragungsbögen an die Erziehungsberechtigten von Schülern der Klassen 1 bis 3 sowie alle Eltern von Kindern des 3. Kindergartenjahres. Ergebnis: Über 42 Prozent aller Bögen kamen zurück, eine ungewöhnlich hohe Rücklaufquote. Über 57 Prozent aller Eltern gaben an, dass sie ihr Kind an einer Integrierten Gesamtschule (IGS) anmelden würden.
Oberbürgermeister Frank Klingebiel zeigte sich von dieser Resonanz überrascht: "Wir wussten nicht, dass das so ein Thema ist, die Rücklaufquote hat alle überrascht." Und weiter: "Das Ergebnis ist für mich wahnsinnig interessant." Soll heißen: Der Oberbürgermeister will den Aufbau einer IGS unterstützen. Doch dafür müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Unter anderem muss sich der Elternwille in einer weiteren Befragung erneut "eindeutig postulieren."
Notwendig machen diese neue Befragung die rechtlichen Vorgaben. Um die Gründung einer IGS beantragen zu können, muss eine Elternbefragung den Bedarf nachweisen. Allerdings muss diese bestimmten formalen Kriterien genügen, erläuterte Schuldezernent Rainer Dworog. "Die aktuelle Umfrage ist für den formalen Antrag nicht verwertbar", sagte Dworog.
"Nach den Herbstferien werden die neuen Bögen an die Eltern rausgehen", erläuterte Michael Osann, Leiter des Fachdienst Bildung. Die Stadt muss nun mögliche Standorte für die IGS nennen. Welche das sein können, dazu gibt es bislang keine Äußerung. Nur soviel steht fest, der Standort muss groß genug sein. Einen Neubau wird es nach der Einschätzung Osanns "eher nicht" geben. Auch die Finanzierung ist bislang völlig offen.
Thomas Ohorn, Sprecher der "IGS-Initiative Salzgitter" begrüßt Klingebiels Ankündigung, die Errichtung der IGS zu unterstützen. "Es ist klasse, dass der OB das voranbringen will." Allerdings kritisiert der Sprecher, dass man mit der Umsetzung zu lange warte. Und glaubt, die Politiker spielen auf Zeit. "Aber damit zwängen sie die Kinder in eine Schulform, die sie nicht wollen. Jetzt müssen Taten folgen."













