Gesamtschule soll nach Lebenstedt
Im Oktober schickt die Stadt die zweiten Fragebögen zur Bedarfsermittlung einer Gesamtschule an die Eltern
SALZGITTER. Anfang Oktober startet die Stadt die zweite Elternbefragung, um den Bedarf für eine Integrierte Gesamtschule (IGS) zu ermitteln. Als Standort kommt nach Ansicht der Verwaltung nur der Stadtteil Lebenstedt in Frage.
Notwendig ist diese zweite Befragung, weil die erste nicht den rechtlichen Vorgaben der Landesschulbehörde gerecht wurde. Diese Vorgaben schreiben unter anderem vor, dass die Fragebögen nicht anonym sein dürfen. Außerdem muss die Stadt sagen, an welchem Standort die IGS errichtet werden soll (SZ berichtete).
Bislang zierte sie sich, das zu tun. Denn, so die Befürchtung, wenn der Standort erst feststeht, wird das Ergebnis die Befragung beeinflussen. Wer im Süden der Stadt lebt und in der ersten Befragung die Gesamtschule noch befürwortet hat, wird dies gegebenenfalls nicht mehr tun, wenn er weiß, dass die Schule in den Norden kommen soll.
Jetzt musste die Stadt die Karten auf den Tisch legen. Allerdings hat die Anfrage bei der Landesschulbehörde ergeben, dass es reicht, den Stadtteil zu nennen. Für Lebenstedt spricht laut Vorlage zum einen das hohe Einzugspotenzial. Mit dem Effekt, dass nur wenige Schüler mit Bussen befördert werden müssen. Der zweite wichtige Punkt ist die Größe der Schule, die Ausstattung und Zahl der Räume. Laut Vorlage seien die drei Schulzentren ausreichend groß, so dass, wenn überhaupt, nur kleine Erweiterungsbauten notwendig seien. Denn, das stellte Oberbürgermeister Frank Klingebiel noch einmal unmissverständlich klar: "Ein Neubau kommt nicht in Frage." Die Lektüre der Verwaltungsvorlage lässt jedoch durchblicken, welche Schulen in Frage kommen. Die Schule muss mindestens fünfzügig sein und über mindestens 35 Unterrichtsräume, 10 fachgebundene Unterrichtsräume und 4 sogenannte Sportübungseinheiten verfügen. Außerdem müssen die Voraussetzungen für die Mittagsbetreuung gegeben sein. In Betracht kommen demnach drei Standorte: das Schulzentrum Fredenberg, das Schulzentrum Lebenstedt Süd und die Amselstiegschule.
Am 1. Oktober wird die Vorlage im Kulturausschuss debatiert, am 7. Oktober geht sie durch den Verwaltungsausschuss. Einen Tag später gehen die neuen Fragebögen an die Eltern, bis zum 31. November sollen die Antworten vorliegen. Mit dem positiven Votum des Rates im Rücken kann die Stadt dann einen Antrag beim Ministerium stellen. "Wir gehen davon aus, dass die Politik dem folgt", meinte der Leiter des Fachdienst Bildung, Michael Osann. Und der Elternwille muss sich erneut so deutlich formulieren, wie bei der ersten Befragung. Rund ein Drittel der Eltern muss für die Schule stimmen. "Sollte die Befragung ausgehen wie die letzte, ist der Fall für mich klar", sagte Klingebiel.
Im ersten Anlauf hatten sich über 57 Prozent für eine IGS ausgesprochen. "Sollte es abweichen hängt es davon ab, wie ekklatant der Unterschied ist", so Klingebiel weiter.
Informationsveranstaltungen zum Thema jeweils von 13.30 Uhr bis 21.30 Uhr am:
Montag, 3. November, in der Realschule Thiede, Donnerstag, 6. November, im Gymnasium am Fredenberg, Dienstag, 11. November, in der Wasserburg Gebhardshagen und Donnerstag, 13. November, im Gymnasium in Salzgitter-Bad.













