"Gegebene Versprechen einlösen"
Asse-II-Koordinationskreis übt teilweise heftige Kritik am Asse-II-Betreiber, dem Bundesamt für Strahlenschutz
WOLFENBÜTTEL. Kritik am neuen Asse-II-Betreiber, dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter, äußerten am gestrigen Nachmittag Sprecher der Bürgerinitiativen, die sich im Asse-II-Koordinationskreis zusammengeschlossen haben.
Das Thema der Pressekonferenz lautet: "Versprechen von Transparenz und Öffentlichkeitsbeteiligung einlösen!" Dazu erklärte Andreas Riekeberg: "Die gegenwärtigen Zustände und Entwicklungen bezüglich der Asse erfüllen uns mit Sorge, insbesondere die Beschränkung der Notfallmaßnahmen auf die Betonverfüllung, die Intransparenz bei der Vergabe der Gutachten für die Schließungsoptionen, die unzureichende Diskussion der Kriterien und schließlich der immer noch in der Asse lagernde Sprengstoff."
Sollte sich der Laugenzutritt in der Asse schlagartig erhöhen, so will das BfS als Notfallmaßnahme die Kammern mit mittelradioaktiven Abfällen mit Beton verfüllen. Riekeberg forderte, auch eine Rückholung dieser Abfälle und danach auch der schwachradioaktiven Abfälle als Notfallmaßnahme vorzusehen und entsprechende Anträge zu stellen sowie die Vorbereitungen dafür zu treffen.
Die härteste Kritik betraf die genaue Aufgabenstellung für die Gutachten zu den drei Schließungsoptionen (Verfüllung, Umlagerung und Rückholung) sowie die Auswahl der Gutachter. Dazu erklärte Dr. Frank Hoffmann: "Man hat die alten Gutachter genommen, die gezeigt haben, dass sie es nicht können, da ihnen die Kompetenz fehlt." Er forderte zudem die sofortige Veröffentlichung der Leistungsverzeichnisse, also der Aufgabenkataloge, anhand derer die Gutachten erstellt werden.
Dieser Forderung kam das BfS noch am gestrigen Nachmittag nach. Nach Auskunft des für Asse II zuständigen Pressesprechers Werner Nording wurden die Aufgabenkataloge auf die BfS-Internet-Seiten gestellt. Dort ist zum Beispiel auch der Notfallplan nachzulesen, was Udo Dettmann sehr lobte.
Die Vertreter des Koordinationskreises forderten zudem: "Die Kriterien für die Schließungsoptionen müssen in öffentlichen Veranstaltungen ergebnisoffen diskutiert werden." Das BfS, das sich die letztendliche Entscheidung über die zu treffende Wahl unter den Schließungsoptionen vorbehält, habe die Verpflichtung, die öffentliche Diskussion zu diesem Thema zu organisieren, meinte Riekeberg. Jörg Kaschubowski vom BfS wies in diesem Zusammenhang auf die Beteiligung des Landesbischofs hin, der sich auf Wunsch des Asse-II-Begleitgremiums in die Kriterienfindung einbringen soll.
Schließlich beklagten die Vertreter des Koordinationskreises noch, dass der in der Asse gelagerte Sprengstoff neben einer Einlagerungskammer immer noch nicht herausgeholt worden sei, obwohl es dazu schon im Oktober erste Anfragen gegeben hätte. Kaschubowski sagte zu, dass die Räumung des Sprengstofflager in den nächsten vierzehn Tagen erfolgen wird.













