"Machen eine seriöse Arbeit"
Professor Hans-Albert Lennartz ist neuer kaufmännischer Asse-Geschäftsführer
WOLFENBÜTTEL/REMLINGEN. Gleich zwei Mal wurde Hans-Albert Lennartz von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel angesprochen, ob er sich vorstellen könne, kaufmännischer Geschäftsführer des Atommüll-Lagers Asse II zu werden.
Lennartz, der Gabriel aus gemeinsamen politischen Zeiten im Hannoveraner Landtag kannte und schätzte, signalisierte seine Bereitschaft. Und im März war es dann soweit: Er wurde Nachfolger des Asse-Geschäftsführers Dr. Detlev Eck, der noch vom vorherigen Betreiber der Anlage, dem Helmholtz-Zentrum München, berufen worden war.
Mit Verträgen, die das Helmholtz-Zentrum bereits für seine bevorzugte aber inzwischen nur noch für den Notfall vorgesehene Schließungsoption "Fluten mit Schutzfluid" mit Firmen abgeschlossen hatte, muss sich Lennartz nun intensiv beschäftigen. Die Firmen haben vertragliche Ansprüche, die nun an die neue Situation angepasst werden müssen.
Für den vom Niederrhein stammenden 59-jährigen ehemaligen Hannoveraner Regierungspräsidenten, ehemaligen Landtagsabgeordneten der Grünen sowie gelernten Rechtsanwalt ist die Geschäftsführertätigkeit in der Asse eine sehr reizvolle Aufgabe: "Es geht um ein schwieriges Thema, bei dem mit einer relativ großen Zahl von Mitspielern bei schwierigen technischen Problemen eine Perspektive für eine sichere Schließung erarbeitet und umgesetzt werden muss."
Der Begleitprozess ist ihm dabei besonders wichtig. Zum einen, weil dadurch für mehr Transparenz und Mitbestimmung gesorgt wird, zum anderen aber auch, weil er dadurch am praktischen Beispiel einen Beteiligungsprozess miterleben und -gestalten kann. Diesen hat er mit der Firma Wibera für den Arbeitskreis Endlagersuche des Bundesumweltministeriums zwischen 2000 und 2002 als Baustein für Öffentlichkeitsbeteiligung theoretisch entwickelt. Mit dem bisherigen Beteiligungsprozess ist Lennartz sehr zufrieden ("Landrat Röhmann macht das sehr gut"), ebenso mit der Öffentlichkeitsarbeit: "Viele wichtige Informationen sind jetzt für alle im Internet nachlesbar."
Zuständig ist Lennartz auch für das Personal. Die 236 Beschäftigte seien zuletzt nicht immer wohlwollend in der Öffentlichkeit behandelt worden, obwohl sie gut gearbeitet hätten. "Wir machen hier eine seriöse und gute Arbeit", stellt er fest.
Seine künftige Arbeit wird auch von der Auswahl der Schließungsoption abhängen, die Ende des Jahres feststehen soll. Zusätzliches Personal wird dann benötigt, Verträge mit Fremdfirmen werden erforderlich sein: Lennartz macht sich jetzt schon zu allen Optionen vorbereitende Gedanken. Seine persönliche Lösung für die Asse verrät er nicht. Nur soviel: "Wenn es keine sichere Lösung unter Tage gibt, dann muss man das Zeug wieder zurückholen."













